Rapid nimmt am Sonntag (17 Uhr/Sky) den nächsten Anlauf, um die Pleitenserie im Austro-Clasico gegen Red Bull Salzburg endlich zu beenden. Die Bullen-Truppe hat neun der jüngsten zehn direkten Duelle in der Bundesliga gewonnen - bei einem Remis. In Salzburg verloren die Hütteldorfer zudem zuletzt sieben Mal in Folge. Die Gastgeber können als überlegener Tabellenführer gelassen in die Partie in Wals-Siezenheim gehen, die Wiener benötigen im Kampf um Rang zwei als derzeit Vierter jeden Punkt - falls die Hütteldorfer heuer noch vom Titel träumen wollen, sind drei Punkte Pflicht.

"Über die Favoritenrolle ist nicht mehr zu diskutieren", meint Rapid-Trainer Ferdinand Feldhofer. Als Underdog hatte sein Team am 19. September in Salzburg mit 0:2 und am 11. Februar zu Hause mit 1:2 verloren. Die Entscheidung fiel jeweils erst spät in der Partie. Das ist nicht der einzige Grund, der die Rapid-Verantwortlichen auf eine Überraschung vor auch mehr als 1.000 Grün-Weiß-Anhängern hoffen lässt. "Was mich zuversichtlich stimmt, ist unsere aktuelle Form. Die Richtung stimmt", betonte der Ex-Abwehrspieler.

Rapid ist erstmals diese Saison fünf Partien unbesiegt, hat in den jüngsten zehn Spielen nur gegen Salzburg verloren - und ist auswärts unter Feldhofer noch ohne Niederlage. Das ist auch Matthias Jaissle nicht verborgen geblieben. "Sie sind unfassbar erfolgreich konstant unterwegs. Wir wissen auch genau, wie es in Wien war: Ein total knappes Spiel, das hin und her ging. Wir müssen uns darauf einstellen, dass es auch am Sonntag so verläuft", verlautete Salzburgs Coach. Die Rapidler würden sehr aggressiv agieren und eine gute Mentalität auf den Platz bringen. "Wir wollen aber zeigen, dass wir die beste Mannschaft in Österreich sind."

Die Möglichkeit, sich akribisch auf den Schlager einzustimmen, hatten beide Teams nicht, waren doch in der Länderspielpause zahlreiche Akteure für diverse Nationalmannschaften im Einsatz. "Das gleicht sich ziemlich aus", so Feldhofer, dessen Team bis Dienstag gemeinsam mit der zweiten Mannschaft gearbeitet hatte. In seiner Truppe hatten mit Yusuf Demir (krank), Emanuel Aiwu (Adduktoren) und Jonas Auer (muskuläre Probleme) drei Akteure für das ÖFB-U21-Team absagen müssen. In Salzburg könnten alle drei wieder eine Rolle spielen.

Beim Serienmeister dürfte laut Jaissle Topstürmer Karim Adeyemi beim Liga-Schlager wieder mit dabei sein - Brenden Aaronson indes nicht, hat er doch schon zuletzt im US-Team gefehlt. "Wo wir nach der Länderspielpause stehen, wird man sehen. Ich habe die meisten Jungs nicht hiergehabt, bin selbst gespannt, freue mich extrem. Die Zuversicht ist auf jeden Fall sehr groß", sagte der Deutsche. Mit Sieg Nummer 20 im 25. Spiel könnte Jaissle seinen Liga-Startrekord weiter ausbauen. Die 19 Siege in 24 Partien sind auch allgemein ein Liga-Bestwert in der Drei-Punkte-Ära. "Das zeigt, wie stark und konzentriert wir Woche für Woche aufgetreten sind. Wir waren sehr souverän und haben einen richtig guten Fußball gezeigt", resümierte Salzburgs Abwehrchef Maximilian Wöber. Für seinen Ex-Klub wäre ein Sieg ein Meilenstein: Der letzte Rapid-Erfolg in Salzburg passierte am 1. August 2015 (2:1).