Just im OÖ-Derby hat der LASK seine Führungsrolle in der Qualifikationsrunde der Fußball-Bundesliga an die SV Ried abgegeben. Nach einer verrückten Anfangsphase mit einem Eigentor von (4.) und Roter Karte für (13.) Yannis Letard, einem Treffer Marcel Ziegls (19.), "eineinhalb" verschossenen Rieder Elfmetern und fünfminütiger Unterbrechung siegten die "Wikinger" am Samstag in Pasching mit 2:0 (2:0) und führen das untere Play-off nun einen Punkt vor dem LASK an.

Während die Rieder erstmals in der zweiten Saisonphase punkteten und den erst zweiten Sieg 2022 feierten, ging der LASK zum ersten Mal in der Qualigruppe in der mit 6.100 Zuschauern ausverkauften Raiffeisen-Arena als Verlierer vom Platz.

Beim LASK gab Innenverteidiger Oumar Sako an der Seite von Letard sein Startelfdebüt, im Mittelfeld zog Coach Andreas Wieland Branko Jovicic aufgrund seiner Trainingsleistungen Peter Michorl vor - insgesamt gab es sechs Änderungen.

Gerade jene in der Defensive wirkten sich zumindest nicht stabilisierend aus. Die erste Chance in einer hektischen Anfangsphase hatte zwar der LASK, als Samuel Sahin-Radlinger gegen Sascha Horvath parierte (2.). Es "brannte" aber vor allem im Strafraum der Linzer, Pechvogel Letard köpfelte nach Flanke von Dorgeles Nene schließlich aus 16 Metern vorbei am eigentlich in Richtung Ball laufenden Goalie Alexander Schlager via Innenstange zur 1:0-Führung für die Gäste.

Becherwürfe aufs Spielfeld

Und die LASK-Abwehr "schwamm" weiter. Schlager rettete vorerst mit einer Fußabwehr gegen Nene (8.). Dann aber wurde die "Kette" mit einem weiten Pass in die Spitze ausgehebelt, Letard konnte sich gegen Nene nur noch mit einem Schubser im Strafraum helfen und sah Rot. Den Elfmeter parierte Schlager gegen Julian Wießmeier, der Deutsche durfte sich rund eine Minute später aber neuerlich versuchen: Der VAR hatte einen zu früh eingelaufenen LASK-Spieler erkannt. Schlager war aber ein weiteres Mal zur Stelle und schien die Partie damit offen zu halten.

Diesbezügliche Hoffnungen der Hausherren wurden aber nur wenig später bitter enttäuscht, als Ziegl nach einem Freistoß per schönem Kopfball auf 2:0 erhöhte. Einige frustrierte LASK-Anhänger reagierten mit Becherwürfen, einer traf Stefan Nutz leicht am Kopf. Zwei Fans überwanden gar die Absperrung und kickten einen Werbeaufsteller in Richtung der Rieder Jubeltraube. Schiedsrichter Christian-Petru Ciochirca schickte die Spieler für fünf Minuten in die Kabinen, die Unterbrechung wirkte sich nach der verrückten Anfangsphase schließlich auch am Feld leicht beruhigend aus.

Der LASK unternahm durchaus Versuche auf den Anschlusstreffer, brachte Ried dabei aber nur selten in Verlegenheit. Wieland reagierte in der Pause mit einem Dreierwechsel, brachte Michorl, Stürmer Alexander Schmidt und Verteidiger Petar Filipovic.

Gerade Michorl bemühte sich immer wieder, dem Spiel eine Wende zu geben, am gefährlichsten war vorerst sein Weitschuss knapp am Tor vorbei (56.). Kurz darauf bediente er Rene Renner im Strafraum, Ried konnte in letzter Sekunde klären (57.). Es war die heißeste Phase der Linzer, Sahin-Radlinger musste eine riskante Sorglosigkeit gegen Schmidt selbst ausbügeln (57.). Ried brachte das Resultat mit einem Mann mehr aber recht souverän über die Zeit, der LASK kam über eine Handvoll weiterer Halbchancen nicht mehr hinaus. Im Finish verletzte sich Ziegl nach unglücklichem Kontakt mit Teamkollege Felix Seiwald und musste vom Feld getragen werden (83.). In der Nachspielzeit jagte Marvin Potzmann den Ball aus Kurzdistanz noch über das Tor (94.).

Admira gibt in Altach Führung aus der Hand

Die Admira hat indessen einen Sieg bei Schlusslicht Altach trotz einer Zwei-Tore-Führung verpasst. Felix Strauss traf für die Vorarlberger am Samstag in der 96. Minute zum späten 2:2-(0:1)-Endstand. Die Südstädter verpassten damit den Sprung auf den zweiten Platz in der Qualifikationsgruppe. Altach fehlen bei sieben ausstehenden Runden weiter zwei Zähler auf den Vorletzten, der nun Hartberg heißt.

Ein Eigentor von Mickaël Nanizayamo (45.+1) in der Nachspielzeit der ersten Spielhälfte brachte die Admira vor etwas mehr als 3.000 Zuschauern auf Kurs. Bei immer stärker werdendem Schneefall legte Stefano Surdanovic (48.) nach einem Patzer von Altachs Torhüter Tino Casali nach. Christoph Monschein verkürzte per Foul-Elfmeter (53.), ehe Strauss in der siebenminütigen Nachspielzeit noch jubelte. Das Spiel musste nach einer Stunde nach Ausschreitungen einiger Altacher Fans kurz unterbrochen werden.

Erst Ende Februar war das Team von Andreas Herzog in Altach zu Gast gewesen. Die Vorarlberger wähnten sich nach dem Erfolg in Ried nun mental gestärkter. Die Partie verlief intensiv, aber ohne große Szenen vor den jeweiligen Toren. Beiden Mannschaften war der Wille, nach vorne zu spielen, nicht abzustreiten. Bei den Altachern begann Monschein im Angriff, bei der Admira lief Österreichs U18-Teamstürmer Filip Ristanic anstelle des erkrankten Marlon Mustapha ein.

Unschöne Szenen auch in Altach

Das Schlusslicht forderte Elfmeter, als Noah Bischof im Strafraum von Matthias Ostrzolek zurückgehalten wurde (18.). Die Unparteiischen sahen kein Vergehen mit Folgen. Monschein köpfelte nach einem Freistoß an die Stange, der Stürmer stand bei der Aktion jedoch ohnehin im Abseits (34.). Als die Partie auf ein torloses Remis zur Pause zusteuerte, fiel der Führungstreffer der Admira in die Kategorie Slapstick: Nanizayamo wollte eine Ristanic-Flanke klären, schlug aber ein Luftloch. Via der Kniekehle des Franzosen kam der Ball Richtung Casali, der war überrascht und konnte ihn nicht bändigen.

Für Casali kam es kurz nach Wiederanpfiff noch schlimmer. Zwischenbruggers Rückpass verarbeitete der Keeper schlecht, Surdanovic war zur Stelle und schloss ins leere Tor ab. Es ging munter weiter: Sebastian Bauer traf Stefan Haudum im Admira-Strafraum am Standbein. Ursprünglich als Foul des Altachers gegeben, revidierte Schiedsrichter Stefan Ebner seine Entscheidung nach VAR-Intervention und gab Elfmeter. Der ehemalige Admiraner Monschein schloss gegen Ex-Teamkollege Andreas Leitner souverän ab. Es war das erste Altacher Tor vor heimischer Kulisse seit Mitte Oktober des Vorjahres.

Wie in Pasching gab es danach auch in der Cashpoint-Arena unschöne Szenen. Leitner wurde aus dem Altacher Fansektor offenbar mit Bechern beworfen. Ebner schickte die Teams in die Kabine, nach einer Stadiondurchsage kamen die Spieler nach nur wenigen Minuten Pause wieder aufs Feld. Emotionsgeladen ging es bis zum Schlusspfiff weiter, wobei die abgeklärter agierende Admira durch Surdanovic (85.) zunächst die beste Chance hatte. Aus einem der letzten verzweifelten Angriffe traf Strauss mit einem abgefälschten Schuss aber noch zum Ausgleich.

Tiroler Sieg in Hartberg

Die WSG Tirol hat am Samstag ihren ersten Sieg im dritten Spiel in der Qualifikationsgruppe eingefahren. Die Wattener setzten sich auswärts gegen den TSV Hartberg dank eines Treffers von Sando Ogrinec (8.) mit 1:0 durch und sind nun als Dritter schon vier Punkte vom Abstiegsplatz entfernt.

Die Hartberger hingegen warten schon seit neun Liga-Partien auf einen vollen Erfolg, zuletzt wurden am 28. November beim Heim-2:1 gegen den LASK drei Punkte geholt. Ihr Vorsprung auf Schlusslicht Altach beträgt lediglich zwei Zähler.

Dass es für die Steirer auch gegen die WSG nicht mit einem Befreiungsschlag klappte, lag vor allem an der ersten Hälfte. Die Gäste präsentierten sich da als weitaus stärkere Mannschaft und durften schon früh jubeln, als Sandi Ogrinec eine clevere Hereingabe von Kofi Schulz aus dem Rückraum verwertete. Für den Slowenen war es der erste Treffer im österreichischen Oberhaus.

Nur noch eine zwingende CHance für Hartberg

Auch danach blieb die Truppe von Coach Thomas Silberberger gefährlich. Hartberg-Goalie Rene Swete entschärfte einen Ogrinec-Schuss per Fußabwehr (17.) und war auch bei einem Kopfball von Tim Prica zur Stelle (28.). In der 41. Minute schoss Prica zudem aus guter Distanz deutlich daneben. Die Hartberger hatten vor der Pause nur einen Freistoß von Tobias Kainz zu bieten, den WSG-Keeper Ferdinand Oswald aus dem Eck fischte (34.).

Nach dem Seitenwechsel entwickelten die Hartberger im Spiel nach vorne zunächst mehr Elan, allerdings trafen Thomas Kofler (55.) und Seth Paintsil (58.) bei guten Kopfball-Gelegenheiten nicht das Tor. Auch die Tiroler zeigten im gegnerischen Sechzehner auf, Ogrinec rutschte der Ball aber wenige Meter vor dem Tor über den Rist (60.). In der 72. Minute ließ der eingewechselte Giacomo Vrioni die Topchance auf das zweite WSG-Tor zu - der albanische Teamspieler schoss allein vor Swete am langen Eck vorbei.

Die Hartberger erarbeiteten sich mit Ausnahme eines Volleys von Okan Aydin über das Tor (84.) keine zwingende Chance mehr, weshalb sich ihre Negativserie fortsetzte. Aus den jüngsten neun Runden holten die Oststeirer nur vier Zähler, zudem ist der TSV in der Meisterschaft bereits seit 567 Spielminuten ohne Torerfolg. (apa)