Die Admira hat die Sieglos-Serie des TSV Hartberg in der Fußball-Bundesliga prolongiert. Die Südstädter kamen am Samstag zum einem 2:1-(2:0)-Auswärtssieg im Duell der Qualifikationsgruppe, damit hält Hartberg nun bei elf Liga-Partien ohne Sieg in Folge. In der Tabelle trägt die Mannschaft von Trainer Klaus Schmidt über das Osterfest die Rote Laterne. Die Admira steht auf dem ersten Platz der Quali-Gruppe.

Die Südstädter waren in der ersten Hälfte besser im Spiel und tischten dem Gegner am Karsamstag einige zielgerichtete Offensivaktionen auf. In der 13. Minute stellte Roman Kerschbaum per Elfmeter auf 1:0, Stefano Surdanovic (41.) erhöhte kurz vor der Halbzeitpause. Tobias Kainz beendete immerhin fünf Minuten nach Wiederbeginn mit dem Anschlusstreffer die Torflaute der Heimmannschaft, die davor 707 Minuten nicht getroffen hatte. Anschließend drängte Hartberg auf den Ausgleich. Die Admira brachte die knappe Führung aber über die Zeit und ist damit seit der Punkteteilung weiter ungeschlagen.

Jan Vodhanel deutete die Ambitionen der Gäste schon nach 30 Sekunden an. Weil die letzte Linie der Hartberger indisponiert war, kam er mit seinem starken linken Fuß zum Schuss, verzog aber knapp. Marlon Mustapha vergab - nach Fehler von Thomas Rotter - in der 10. Minute die noch viel größere Chance auf die Führung. Torhüter Rene Swete umkurvte der Stürmer gekonnt, schoss dann jedoch drüber. Die nächste Angriffsaktion der Admira unterband Rotter mit einem rustikalen Einsteigen im Strafraum gegen Kerschbaum. Der zukünftige Rapidler trat selbst zum Strafstoß an und verwandelte sicher.

Erst ab der 20. Minute fand Hartberg mehr Lösungen im Spiel nach vorne - und kam zu ersten Gelegenheiten. Zunächst prüfte Jürgen Lemmerer Admira-Goalie Andreas Leitner, Kainz zwang den Kapitän aus der Drehung kurz darauf zur nächsten Parade. Die Fehlerquote in der Abwehr der Oststeirer blieb aber weiter hoch - zu hoch. Nach einem weiteren Rotter-Patzer, der am Ball vorbeisprang, bekam die Admira eine Zwei-zu-eins-Überzahlsituation an der Strafraumgrenze. Surdanovic schloss nach Pass von Mustapha zum 2:0 ab.

Nach der Pause kam Noel Niemann und damit ein Offensivspieler für Rotter ins Spiel. Hartberg-Coach Schmidt löste also die defensive Fünferkette zugunsten mehr Schlagkraft in der Offensive auf. Mit dem Treffer von Kainz (51.), der eine sehenswerte Kombination nach Lemmerer-Vorlage vom Fünfer finalisierte, verpassten sich die Heimischen selbst eine Moralinjektion. Es war das erste Tor in der Amtszeit von Schmidt. Leitner vereitelte in der 60. Minute eine Großchance von Okan Aydin. Auch in der 67. Minute nach einem Eckball klärte der Schlussmann eine gefährliche Szene. Dann bekam die Admira wieder mehr Zugriff, aber noch in der 93. Minute traf Hartberg die Querlatte.

Nullnummer zwischen Altach und LASK

Der SCR Altach hat am Samstag im Heimspiel gegen den LASK ein 0:0 erreicht und sich damit einen Punkt Vorsprung auf Fußball-Bundesliga-Schlusslicht Hartberg erkämpft. Durch die Nullnummer gegen die Linzer überstanden die Vorarlberger bereits fünf Runden ohne Niederlage, und mit neun Punkten in der bisherigen Qualifikationsgruppen-Saison sind die Altacher gemeinsam mit der Admira das beste Team des unteren Play-offs.

Die Fortsetzung ihres Erfolgslaufs hatten die Gastgeber aber auch einer Portion Glück zu verdanken. Der LASK präsentierte sich praktisch über die komplette Spielzeit als stärkeres Team, ließ jedoch seine wenigen Chancen aus - so etwa in der siebenten Minute, als Thomas Goiginger nach einem sehenswerten Angriff der Oberösterreicher in Altach-Goalie Tino Casali seinen Meister fand. In der 20. Minute schoss Rene Renner nach starker Vorlage von Peter Michorl am kurzen Eck vorbei, sechs Minuten später schloss Michorl einen Konter mit einem Schuss über die Latte ab.

LASK-Fanprotest gegen rosa Trikots

Dazwischen sorgten auch die LASK-Fans für Aufmerksamkeit. Aus Ärger darüber, dass die Feldspieler ihres Clubs komplett in rosa gewandet waren, warfen die mitgereisten Anhänger rosa Rauchtöpfe auf den Rasen und hissten ein Transparent mit der Aufschrift "Wir sehen den LASK vor lauter rosa nicht!". Der dichte rosa Rauch sorgte für eine rund zweiminütige Spielunterbrechung.

Branko Jovicic (LASK) im rosa Trikot.   
- © APA / EXPA/PETER RINDERER

Branko Jovicic (LASK) im rosa Trikot.  

- © APA / EXPA/PETER RINDERER

Ansonsten blieben die Highlights rar gesät, vor allem aus Altacher Sicht. Mehr als einen harmlosen Kopfball von Noah Bischof (11.) brachten die Hausherren vor dem Seitenwechsel nicht zustande. In der zweiten Hälfte entwickelte sich zunächst eine zerfahrene Partie, ehe der LASK wieder dominant wurde, allerdings nicht wirklich zwingend vors Tor kam.

Auf der Gegenseite hätte Bischof aus dem Nichts beinahe auf 1:0 für Altach gestellt, sein Kopfball landete jedoch genau bei LASK-Schlussmann Alexander Schlager (62.). Für Gefahr sorgte auch ein Volley-Drehschuss von Atdhe Nuhiu, der nur knapp das Ziel verfehlte (79.). Am Ende blieb es bei der Punkteteilung, womit die Linzer seit vier Matches sieglos sind.

Effektive WSG Tirol siegt in Ried

Die WSG Tirol hat wiederum dank eines Doppelpacks von Top-Torschütze Giacomo Vrioni in der Schlussphase mit 3:2 (1:1) bei der SV Ried gewonnen. Die Tiroler schlossen damit in der Fußball-Bundesliga an Punkten zu den Innviertlern auf und feierten im Abstiegskampf einen wichtigen Auswärtssieg. Der Tabellenletzte Hartberg liegt nun vier Zähler zurück.

Trotz starker Anfangsphase der Rieder brachte Zan Rogelj die Gäste in der 27. Runde in Führung (20.). Murat Satin (36.) und Ante Bajic (69.) drehten die Partie zunächst für die Innviertler. Doch dann schlug Vrioni in der Schlussphase doppelt zu (82. 94.). 

Bei Ried ersetze Satin den gesperrten Stefan Nutz, Josef Weberbauer rutschte kurzfristig für den verletzten Julian Wießmeier in die Startelf. Aufseiten der Gäste durfte Renny Smith anstelle von Valentino Müller im Mittelfeld beginnen, ganz vorne kehrte Vrioni, der beste WSG-Torschütze der Saison, nach zwei Runden wieder in die Startaufstellung zurück.

Den Beginn der Partie im Innviertel erwischte die Heimelf deutlich besser. Satin prüfte bereits nach sechs Minuten Ferdinand Oswald im Tor der Tiroler und gab den Anstoß zu einer Reihe an gefährlichen Rieder Offensivaktionen. Nach einem Eckball scheiterte Luca Meisl an der Querlatte, der Nachschuss von Tin Plavotic wurde von Dominik Stumberger von der Linie geköpft (7.). Kurz darauf knallte Kapitän Marcel Ziegl den Ball aus rund 30 Metern ans Lattenkreuz (9.).

Die WSG überstand die Druckphase unbeschadet und ging dann völlig entgegen des Spielverlaufs in Führung. Sandi Ogrinec setzte den auf rechts freigelassenen Rogelj ein, der verwertete überlegt an Samuel Sahin-Radlinger vorbei zur Führung (20.). Rogeljs Gegenspieler Philipp Pomer war zuvor weggerutscht und ermöglichte somit den Raum für den Torschützen.

Ried war viel besser in der Partie, das Tor machten aber die Gäste. Die Heimelf zeigte sich einige Minuten etwas geschockt, bevor sie wieder das Kommando übernahm. Satin traf mit seinem zweiten guten Weitschuss der Partie aus 25 Metern zum Ausgleich (36.) und belohnte seine Elf für eine gute erste Halbzeit.

Mangelware Torchance

Ried war auch nach dem Seitenwechsel spielbestimmend, zwingende Torchancen waren für die Innviertler aber zunächst Mangelware. WSG-Schlussmann Oswald vertändelte den Ball gegen den gefährlichen Nene (63.), hatte danach aber Glück. Die Führung sollte nach einer Standardsituation gelingen: Den Freistoß aus dem Halbfeld von Daniel Offenbacher verlängerte Meisl per Kopf und Bajic spitzelte den Ball im Rutschen unter die Latte.

Die WSG schaffte es in der zweiten Halbzeit lange nicht wirklich in offensivere Regionen, fiel in erster Linie durch eine Reihe von gleich vier Gelben Karten innerhalb weniger Minuten auf. Doch beinahe genauso unerwartet wie beim Führungstreffer trafen die Tiroler erneut. Stefan Skrbo setzte mit einem langen Ball Vrioni ideal ein und der verwertete zum 2:2. Tirol glänzte durch eine ideale Chancenverwertung und drückte danach auf den Siegtreffer, der Vrioni in der Nachspielzeit nach Vorlage von Sabitzer tatsächlich noch gelang (90.+4.). (apa)