Mit einem stilechten 5:0-Kantersieg über die Austria hat Salzburg am Sonntag seinen neunten Meistertitel in Serie begangen. "Das ist nicht selbstverständlich", sagte Trainer Matthias Jaissle, der in seiner Premierensaison gleich zuschlug und im Cup-Finale gegen die SV Ried am 1. Mai auch das Double holen kann. Daher warnte er bei all der Partystimmung vor Feier-Exzessen. "Wir haben noch etwas vor in dieser Saison."

Auf den Meisterteller muss man ohnedies noch ein bisschen warten, er wird erst im Anschluss an das letzte Heimspiel gegen Klagenfurt am 21. Mai übergeben. Salzburgs Jungspunde werden es verkraften, sie erhielten viel Lob von Jaissle. "Es ist nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, was im Sommer passiert ist. Das haben uns nicht alle zugetraut", meinte der 34-jährige Deutsche, der sich in seiner ersten Profisaison zum jüngsten Meistertrainer in der Bundesliga machte. "Ich habe das Vertrauen gehabt, in jeder Phase der Saison. Es ist unglaublich, was der jüngste Kader der Vereinsgeschichte an Konstanz abgeliefert hat."

Die Favoritner konnten am Sonntag jedenfalls nicht die Rolle des Partycrashers einnehmen: "Wir haben uns heute für einen brutal hohen Aufwand über die ganze Saison belohnt", erklärte Jaissle nach einer Partie, in der seine Truppe mit der Austria Katz und Maus spielte und durch Noah Okafor (2.), Karim Adeyemi (18.), Luka Sucic (28.), Brenden Aaronson (54.) und Mohamed Camara (85./beide Foulelfmeter) fünfmal einnetzte. "Wir werden etwas feiern, aber nicht zu viel, weil wir im Cupfinale noch zuschlagen wollen", stellte Kapitän Andreas Ulmer deshalb klar.

Der 36-Jährige, der auch nächstes Jahr für Salzburg kicken wird, konnte sich über seinen zwölften Meistertitel mit dem Klub noch freuen: "Es hat uns in dieser Saison über die vielen Spiele ausgezeichnet, dass wir vom Kopf her richtig gut reingegangen sind, sehr, sehr professionell waren und kaum nachgelassen haben. Das ist für die Mannschaft, die im Sommer doch einen großen Umbruch gehabt hat, nicht selbstverständlich." Dass der nächste Umbruch bald passieren wird - Adeyemi, Rasmus Kristensen, Camara und Nicolas Seiwald gelten als heiße Kandidaten - nimmt Jaissle gelassen: "Der eine oder andere wird den nächsten Schritt gehen. Das ist aber auch keine Überraschung für uns, wenn man die Philosophie des Vereins kennt."