Zuerst der Titelverteidiger, dann der englische Meister: Real Madrid will nach Chelsea mit Manchester City den nächsten Premier-League-Klub in der Champions League in die Knie zwingen. Die Motivation der fast schon als Meister feststehenden Königlichen ist groß, gilt es doch Revanche zu nehmen für das bittere Out im Achtelfinale 2020. Im Semifinal-Hinspiel im City-of-Manchester-Stadium wartet am Dienstag (21 Uhr/Sky, Dazn) aber eine harte Aufgabe. Die Citizens sind dort nämlich schon 19 Europacup-Spiele unbesiegt.

Auch Real hat auswärts bei ManCity noch keinen Sieg feiern können: 2012 in der Gruppenphase (1:1) und 2016 im Semifinale (0:0) konnte aber immerhin ein Remis erkämpft werden. 2020 gab es dann in beiden Partien eine 1:2-Niederlage. "Uns erwartet ein ganz starker Gegner. Wir wissen, wie sie spielen, mit sehr viel Ballbesitz", sagte Reals Offensivspieler Rodrygo. Wichtig sei es aber vor allem auch, sich auf die eigenen Stärken zu fokussieren. "Wir müssen schauen, dass wir weiter so auftreten wie in den vergangenen Spielen und alles versuchen, um aufzusteigen", so der 21-jährige Brasilianer.

Auch dank der jüngsten vier Ligasiege ist der 35. Meistertitel der Klub-Geschichte quasi schon fixiert. Mit dem 14. Triumph im höchsten Klubbewerb könnte es ein ganz besonderes Jahr für den Rekordchampion werden. Dass Real überhaupt noch im Rennen ist, hat es freilich Karim Benzema zu verdanken. Der 34-jährige Franzose glänzte in der Königsklasse mit zwölf Toren in neun Spielen. Sieben davon gelangen ihm im Achtelfinale gegen PSG (3) und danach gegen Chelsea (4).

Beim jüngsten 3:1-Sieg in der Liga gegen Osasuna verschoss der Stürmerstar allerdings gleich zwei Elfmeter. Dabei wurde David Alaba wegen Adduktorenproblemen von Coach Carlo Ancelotti zur Pause ausgewechselt. Eine Vorsichtsmaßnahme wohl, denn es deutet vieles darauf hin, dass der ÖFB-Kapitän am Dienstag wie gewohnt im Abwehrzentrum mitwirken kann.

Tanz auf zwei Hochzeiten

Für ManCity geht es um den zweiten Finaleinzug (in Serie) sowie das erste Championat. "Es wird eine besondere Nacht für uns. Wir müssen es genießen und alles geben, was wir haben", forderte Trainer Josep Guardiola. Der 51-jährige Spanier setzt auch auf die Unterstützung der Fans. "Es ist das Halbfinale der Champions League. Ich bitte unsere Fans: Nehmt einen Zug, einen Bus oder ein Auto. Wir brauchen euch."

City hat den Nachteil, dass das englische Titelrennen noch lange nicht entschieden ist - nur ein Punkt beträgt der Vorsprung auf Liverpool fünf Runden vor Schluss. Es muss also auf zwei Hochzeiten getanzt werden, möglicherweise bis Saisonschluss.

Nicht mitwirken kann bei den Skyblues der gesperrte Joao Cancelo; und der Einsatz von Kyle Walker und John Stones ist nach wie vor fraglich. "Wir werden noch schauen, ob wir da ein Risiko eingehen oder nicht", sagte Guardiola.