Beim frisch designierten Meister Red Bull Salzburg herrscht Dauer-Partystimmung. Am Mittwochabend fand die Sause aber gegen den Wunsch des Serienchampions statt, Sturm Graz zelebrierte nach einem beherzten 2:1 vor seinen Fans den Liga-Status als "Best of the Rest". Die Steirer packten den günstigen Moment zwischen Salzburgs Meisterkür und dem Cup-Finale (Salzburg - Ried) am kommenden Sonntag (17 Uhr/ORF1) am Schopf.

Sturm-Coach Christian Ilzer nutzte den Moment nach dem fixierten zweiten Platz für eine verfrühte Saison-Kurzbilanz. "Wir haben in diesem Spieljahr viele Herausforderungen bravourös gemeistert. Wir hatten Hochphasen, auch Wellentäler, aber die Mannschaft ist stets zusammengestanden und hat auch in schwierigen Phasen gepunktet."

Die Kür zum Vizemeister war sinnbildlich dafür. Sturm musste gegen Salzburg fünf Stammspieler vorgeben. Doch im Duell zweier völlig umgekrempelter Garnituren behielt der Außenseiter die Oberhand. "Wir haben so eine gute Mannschaft in der Breite - bis zum 25. Mann", sagte Sturm-Kapitän Stefan Hierländer. "Ich will gar nix mehr von einer B-Mannschaft hören, wir sind eine Mannschaft." Ilzer wiederum empfand Platz zwei als "großartiges Kompliment für meine Mannschaft".

Aber auch sonst zahlt sich der zweite Platz für den Klub aus. Die Grazer dürfen in der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation einsteigen. Bleiben russische Vereine wegen des Ukraine-Krieges ausgeschlossen oder qualifiziert sich der Europa-League-Sieger 2022 über die Liga für die Königsklasse, steigt Sturm in der dritten Runde ab Anfang August ein. Das bedeutet im schlechtesten Fall die Teilnahme an der Europa-League-Gruppenphase.