Ein Sieg fehlt Österreichs Fußball-Junioren noch für das Ticket zur WM 2023. Am Dienstagabend (17 Uhr/ORF Sport+) kämpft die Mannschaft von Martin Scherb in Trnava gegen Gastgeber Slowakei um Platz fünf bei der U19-EM, der gleichzeitig die Qualifikation für das U20-Turnier nächstes Jahr in Indonesien bedeutet. Nach zwei Niederlagen zu Beginn hat sich Österreichs U19 mit einem 3:2 gegen Serbien den Platz im WM-Play-off geholt. Das wiedergewonnene Selbstvertrauen soll das ÖFB-Team nun auch zum großen Ziel verhelfen. "Es hat sich gut angefühlt. Ich glaube, die Spieler haben sehr viel Energie aus diesem Sieg gezogen. Jetzt hoffen wir, dass uns dieser Spirit auch nach Indonesien trägt", sagte Scherb.

Das Duell mit dem EM-Gastgeber ist aufgrund des erwartet großen Zuschauer-Interesses von Senec nach Trnava verlegt worden. Denn die Slowaken holten mit einem 1:0 gegen Rumänien dank eines Treffers von LASK-Legionär Adam Griger in der 95. Minute Platz drei in der Gruppe A und hoffen ebenfalls auf das Ticket.

"Wir freuen uns wirklich auf dieses Spiel und darauf, in Trnava im großen Stadion zu spielen. Wir haben die große Chance, uns ein WM-Ticket zu sichern. Da ist es uns egal, ob 8.000 Zuschauer gegen uns sind, aber natürlich hoffen wir, dass auch viele österreichische Fans kommen", sagte Scherb. "Es wird wieder ein Spiel werden, das jeden Spieler auf dem Platz an seine Grenzen bringen wird. Wir müssen bereit sein, diesen einen Meter mehr zu machen, noch einmal alles auf den Platz bringen, was in uns steckt", forderte der Teamchef.

Dass sich die Spieler im letzten Saisonspiel noch einmal überwinden können, ist für Ervin Omic keine Frage. "Seit Jahren reden wir von diesem großen Ziel, jetzt stehen wir kurz davor. Uns fehlt nur noch ein Spiel, ein Sieg und wir fahren im kommenden Jahr zur Weltmeisterschaft. Wir freuen uns richtig auf das Spiel", betonte der Kapitän. Der Oberösterreicher will mit seinen Kollegen für die fünfte U20-WM-Teilnahme eines ÖFB-Teams sorgen. Österreich war 1983 (Mexiko), 2007 (Kanada/Platz vier), 2011 (Kolumbien) und zuletzt 2015 (Neuseeland) bei einer U20-WM dabei.

Kein Ticket für Kirchberger

Während es bei den Junioren in der Slowakei um alles geht, fiebern ihre Kolleginnen vom Frauen-Nationalteam bereits der EM in England entgegen. Am Montag hat Teamchefin Irene Fuhrmann den endgültigen 23-köpfigen Kader bekanntgegeben. Dabei hat Virginia Kirchberger den Wettlauf mit der Zeit verloren: Die von einem Schien- und Wadenbeinbruch genesene Innenverteidigerin wurde nicht in den Kader nominiert. Ebenfalls aus dem Großkader gestrichen wurden Annabel Schasching, Julia Magerl, Katja Wienerroither und Mariella El Sherif. Dabei ist hingegen Jasmin Pal nach ihrem Kreuzbandriss.

Für Kirchberger und die zur besten Spielerin der Bundesliga-Saison gewählte Schasching ist der EM-Traum allerdings nicht ganz ausgeträumt. Das Duo darf die Reise nach England mit dem Team antreten und könnte im Falle eines Ausfalls nachnominiert werden. "Leider hat die Uefa im Vergleich zur Männer-EM entschieden, die Kader auf 23 zu reduzieren, weil sich die pandemische Lage entspannt hat. Wir haben aber gesehen, dass es bei anderen Teams positive Fälle gegeben hat, deshalb werden wir zwei Spielerinnen als Back-up mitnehmen", erläuterte Fuhrmann.

Österreichs Team, dem acht EM-Neulinge angehören, tritt am Donnerstag die Reise nach England an, dort wartet am 6. Juli im Eröffnungsspiel Gastgeber und Turniermitfavorit England und in den weiteren Gruppe-A-Partien Nordirland (11. Juli) und Norwegen (15. Juli).