Mit Tränen des Schmerzes und der Enttäuschung ist für Österreichs Fußball-Talente die U19-EM in der Slowakei zu Ende gegangen. Obwohl eine Halbzeit lang in Unterzahl, war das ÖFB-Team am Dienstag in Trnava gegen die Slowakei die bessere Mannschaft. Das Ticket für die U20-WM holten sich aber die Gastgeber mit einem glücklichen 1:0-Sieg. "Das war sicher unser bestes Spiel bei dieser Europameisterschaft, zum richtigen Zeitpunkt, wo es um alles geht. Deshalb ist es extrem bitter, dass wir es nicht zur WM geschafft haben. Es ist eine ganz große Enttäuschung und Leere", sagte Teamchef Martin Scherb.

Zwei schwere Verletzungen von Kapitän Ervin Omic (2.) und Justin Omoregie (21.) sowie drei gelb-rote Karten für Florian Wustinger (45.+3), Yusuf Demir (95.) und Lukas Wallner nach Schlusspfiff war die Bilanz seiner Schützlinge. Ein Treffer von Samuel Kopasek (64.) bei der einzigen herausgespielten Chance jene aufseiten der Slowaken. Österreichs beste Gelegenheit vergab Jakob Knollmüller (43.), auch bei weiteren guten Szenen und Schüssen war das ÖFB-Team glücklos. So blieb der aufopfernde Kampf in der Hitze von Trnava unbelohnt. Dass es auch auf dem Feld hitzig und phasenweise überhart zur Sache ging, hatte nicht zuletzt mit dem schwachen belgischen Referee Nathan Verboomen zu tun. "Wir hatten das Gefühl, dass die Slowaken unsere Spieler jagen. Natürlich war es keine Absicht, dass Omic verletzt wird, aber die Grundtendenz war zu sehen. Die Schiedsrichterleistung habe ich als sehr schwach empfunden, wir haben uns nicht gerecht behandelt gefühlt", so Scherb.

Genauso sah es auch Peter Schöttel. Der ÖFB-Sportdirektor ärgerte sich, dass zwar der slowakische Trainer im Finish die rote Karte bekam, aber "nicht die Spieler, die unsere permanent abgehaut und provoziert haben". Schöttel fügte allerdings selbstkritisch hinzu: "Wir müssen uns an der eigenen Nase nehmen. Wir waren klar besser, aber wir haben die Überlegenheit nicht in Tore ummünzen können."

Für Scherb war es auch ein bitterer Abschluss mit jener Mannschaft, die er jahrelang betreut und nun auf Rang sechs in Europa geführt hat. "Wir sind unter den besten Mannschaften Europas, das ist nicht selbstverständlich. Auch wenn es jetzt natürlich enttäuschend und traurig ist, bleibt über die fünf Jahre eine top Mannschaftsentwicklung und eine Spielergeneration, die ihren Weg machen wird."