Für Nordirland, immerhin eine der traditionsreichsten Frauen-Nationalmannschaften Europas, ist es schon ein kleines Wunder, dass man sich überhaupt für die Europameisterschaft qualifiziert hat. Und so ist für das Team auch die 1:4-Niederlage am Donnerstag gegen Norwegen kein allzu übles Malheur. Ja, man sei von den Skandinavierinnen vorgeführt worden", schrieb etwa die "Irish Times". Aber man habe immerhin einen Treffer erzielt - den ersten bei einem internationalen Großturnier. Und das zur außerordentlichen Freude der "grün-weißen Armee" auf den Rängen.

Für Österreichs Nationalspielerinnen, die am kommenden Montag im zweiten Gruppenspiel auf Nordirland treffen (18 Uhr/ORF1), verheißt das nicht unbedingt nur Gutes. Vor allem, wenn man die Performance der Britinnen in der zweiten Spielhälfte, als man Norwegens Tormaschinerie jäh zum Stillstand brachte, besieht. "Ich bin sehr zufrieden mit den ersten 45 Minuten, aber dann ist Nordirland zurückgekommen. Wir sind da ein bisschen schlampig geworden, das kann man sich bei einer EM nicht leisten. Dann wird man bestraft, was passiert ist", meinte Norwegens Teamchef Martin Sjögren. Weise Worte, die sich die Österreicherinnen für Montag hinter die Ohren schreiben sollten.

Hinzu kommt, dass das Torfeuerwerk der Norwegerinnen durch kapitale Eigenfehler der Nordirinnen regelrecht befördert wurde. Dementsprechend klar fiel daher auch die Warnung von ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel an die österreichischen Spielerinnen aus. "Das Spiel war rasch entschieden. Nordirland hat sich am Anfang sehr ungeschickt angestellt", resümierte der Wiener. Haarsträubende Fehler beim Herausspielen und dann auch noch ein unnötiges Handspiel im Strafraum führten zu ganz klaren Verhältnissen. "Faktum ist, dass ihnen das wahrscheinlich nicht mehr passieren wird, dass sie so in eine Partie gehen. Wir wünschen es uns zwar, den Gefallen werden sie uns aber nicht machen", sagte Schöttel. Die Bezeichnung Pflichtsieg wollte er nicht in den Mund nehmen, lieber Fans und Journalisten überlassen, eines stellte er aber klar: "Wenn wir ins Viertelfinale wollen, müssen wir Nordirland schlagen."

Effizienz gefragt

Dass mit den Britinnen am Montag zu rechnen sein wird, dessen sind sich auch die ÖFB-Kickerinnen bewusst. "Es ist aus unserer Sicht ein bisschen schade, dass es bald 0:2 gestanden ist. Sie haben es dann aber sehr gut gemacht, dass sie nicht ins Messer gelaufen sind. Das war für sie wichtig und für uns auch", sagte Verteidigerin Laura Wienroither. Sie und Schöttel wissen, dass im Kampf um den Aufstieg ein Sieg notwendig sein wird. Auch könnte das Torverhältnis eine Rolle spielen. So betrachtet war es wohl gut, dass die Norwegerinnen mehrmals die nötige Effizienz vermissen ließen. Umso mehr wird am Montag in Southampton diese Effizienz beim ÖFB gefragt sein. Immerhin getroffen hat man gegen Nordirland schon. In der jüngsten WM-Qualifikation gab es auswärts ein 2:2, im April dann daheim ein 3:1.(rel/apa)