Europa-League-Sieger gegen Rekordmeister - der Saisonstart der deutschen Bundesliga hat es in sich, und das auch für österreichische Fans. Nicht nur, dass das Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und Bayern München am Freitagabend (20.30 Uhr) ohnehin ballestrische Schmankerl verspricht und demgemäß in 200 Länder übertragen wird (hierzulande auf Puls24), sind die Augen der heimischen Fans auch auf Oliver Glasner gerichtet, um den nach dem Gewinn der Europa League in seiner Premierensaison wie auch um die gesamte Mannschaft ein regelrechter Hype in Deutschland entstanden ist.

"Den Hype spüre ich seit Monaten, ich wäre manchmal ganz froh, wenn er nicht so groß wäre, ein bisschen Ruhe wäre. Aber grundsätzlich, wenn du gehypt wirst, weil du erfolgreich warst, ist das eine sehr positive Sache", sagt der Ex-Wolfsburg-Trainer, der den Favoriten am Freitag mehr als nur ärgern will. "Über die Bundesliga-Saison gesehen denke ich, dass die Bayern wieder die Nase vorne haben werden, weil sie einfach eine richtig tolle Mannschaft und einen großartigen Trainer haben. Es ist schwierig für die anderen Mannschaften, diesen Rückstand, der in den letzten zehn Jahren entstanden ist, wettzumachen", meint Glasner.

Gleichzeitig sagt er: "Es wartet eine richtig knifflige Aufgabe, wir werden aber alles daran setzen, mit einem Sieg in die Bundesliga-Saison zu starten. Ich glaube, dass es in einem Spiel immer möglich ist, gegen jede Mannschaft auf der Welt zu gewinnen."

"Zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind"

Das haben die Frankfurter in der Vergangenheit unter Beweis gestellt. Zwar ging das jüngste Duell mit den Bayern am 26. Februar zu Hause mit 0:1 verloren, davor hatte es aber zwei 2:1-Siege für die Eintracht gegeben.

Der Fokus liegt auf dem Spiel des eigenen Teams, in dem mit Mario Götze ein Ex-Bayern-Kicker ein wichtiger Faktor sein könnte. "Wir haben viel Vertrauen aus der Europa-League-Saison mitgenommen, wollen unseren Fußball auf den Platz bringen, mit hoher Intensität spielen, einen richtigen Fight liefern, ihnen wenig Räume geben und die, die sie uns geben, bestmöglich ausnützen", erklärt Glasner.

An der Trainerfront ist er der einzige Österreicher in Deutschland, auf den Plätzen werden sich aber etliche rot-weiß-rote Kicker tummeln. Einer, der ein schwieriges Jahr hinter sich hat, könnte am Freitag schon zum Einsatz kommen: Marcel Sabitzer, um den es zuletzt immer wieder Wechselgerüchte gegeben hat, weil er sich in der vergangenen Saison in München nicht durchsetzen konnte, ist für Bayern-Coach Julian Nagelsmann einer der "Gewinner der Vorbereitung".

Insgesamt stehen 23 heimische Fußballer im deutschen Oberhaus unter Vertrag, nur die Franzosen sind mit 35 in größerer Zahl vertreten. "Warum wir Österreicher in Deutschland so beliebt sind, kann ich ganz genau auch nicht beantworten. Fakt ist, dass man so ziemlich von jedem Jahrgang jemanden vertreten hat in der Bundesliga. Das spricht einfach für den österreichischen Fußball, zeigt, dass da etwas vorangeht, wir auf dem richtigen Weg sind. Ich hoffe, dass das in den nächsten Jahren genau so weitergeht", sagt Marco Friedl, der Werder Bremen bei dessen Rückkehr ins Oberhaus als Kapitän anführen wird. Für ihn geht es am Samstag bei Wolfsburg los.(apa/tamsl)