Die goldene Ära von Feyenoord Rotterdam begann mit dem Gewinn des Doubles im Jahr 1965. Bloß fünf Jahre später gelang dem Klub schließlich der bis dato größte Coup der Vereinsgeschichte. Als erster niederländischer Verein überhaupt gewann man 1970 im Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion den Europapokal der Landesmeister - Celtic Glasgow wurde in der Verlängerung mit 2:1 besiegt. Der damalige Trainer: niemand Geringerer als ein gewisser Ernst Happel. Ein Jahr zuvor hatte dieser schon bei Liga-Konkurrent ADO Den Haag durch seine Art, Fußball zu denken, aufhorchen lassen. Während Happel 1973 zum FC Sevilla weiterzog, gewann Feyenoord 1974 den Europapokal der Pokalsieger. 2002 gewann die Mannschaft zudem den Uefa-Pokal. Im Finale der letztjährigen Conference League musste sich Feyenoord der Roma knapp geschlagen geben. Bei den Erfolgen heute wie damals eine wichtige Rolle gespielt haben Talente aus der eigenen Nachwuchsarbeit sowie auch besondere Stars. Mit den aktuellen Stars des Vereins bekommt es Sturm am Donnerstag (18.45 Uhr) zu tun.

Van Persie, Gullit und Bronckhost

Der ehemalige Stürmer-Star Robin van Persie reifte in der eigenen Jugendabteilung zum Fußballprofi heran. Weitere bekannte Akteure mit einer Vergangenheit bei Feyenoord sind Wim Jansen, der schon an der Seite des legendären Johann Cruyff für die Niederlande auflief, der einstige Weltklasse-Spielmacher Ruud Gullit, Dirk Kuyt, PSG-Mittelfeldmotor Georginio Wijnaldum oder Inter Mailands Abwehrchef Stefan de Vrij. Auch am Namen von Giovanni van Bronckhorst kommt man nicht herum, wenn man sich mit der Geschichte des Vereins beschäftigt. In der Hafenstadt Rotterdam geboren, war er schon als Spieler ein wichtiger Bestandteil des Vereins. Von 1993 bis 1998 sammelte er über hundert Pflichtspieleinsätze in der ersten Mannschaft. Am Ende einer großen Spielerkarriere kehrte der für seine zweikampfstarke Spielweise berüchtigte van Bronckhorst zum Heimatverein zurück. Nach seinem Karriereende begann er in der internen Nachwuchsabteilung als Trainer zu fungieren. Unabhängig davon rutschte der Traditionsklub ab 2010 in die Krise gegipfelt mit in einer 0:10-Niederlage gegen Konkurrent PSV Eindhoven. Zwar erholte sich der Klub in dieser Saison wieder und landete schließlich im Tabellenmittelfeld, jedoch sollte diese Niederlage eine schwierige Phase beim Klub einläuten, in der von Titeln keine Rede war und der Abstand zum Liga-Krösus aus Amsterdam immer größer wurde. Im Jahr 2015 übernahm van Bronckhorst schließlich die erste Mannschaft. Und ihm gelang der Kehrtwende. Bereits in der ersten Spielzeit gewann er mit dem Team den nationalen Pokal. Ein Jahr später ist es nicht der Pokal, sondern die Meisterschaft, die van Bronckhorst nach Rotterdam geholt hat. Es war gleichzeitig der erste Ligatitel seit 18 Jahren. Seit über einem Jahr befindet sich im Kader von Feyenoord Rotterdam mit Gernot Trauner auch ein Österreicher. Der ÖFB-Team-Spieler wechselte vergangenes Jahr im Sommer in die Hafenstadt. Schnell konnte sich der robuste Innenverteidiger als Führungsspieler im Team etablieren. Bei den Fans ist Trauner vor allem wegen seines starken Passspiels und seiner Lufthoheit bei Kopfballduellen beliebt. Sein fataler Stellungsfehler, der im Conference-League-Endspiel gegen die Roma zum einzigen Gegentreffer führte, war daher schnell verziehen.

Auf Sturm wartet ein "Energiekessel"

Mit fünf Siegen und einem Remis aus sechs Runden ist Trauners Team derzeit hinter dem makellosen Ajax Amsterdam Tabellenzweiter. In der Europa League unterlag man am ersten Spieltag Lazio Rom mit 2:4. Bei der geplanten Europacup-Wiedergutmachung gegen Sturm erwartet Feyenoord Rotterdam, so wie bei jedem Heimspiel, ein mit 50.000 Fans volles Stadion. Sturm-Trainer Christian Ilzer und seine Mannschaft wollen sich davon aber nicht beeindrucken lassen. "Wir sind auf den Energiekessel, der uns dort erwartet, eingestellt. Mit unseren Tugenden wollen wir Feyenoord vor Probleme stellen und ein Außenseiter sein, der sich einiges zutraut. Wir brauchen eine Topleistung und müssen uns zutrauen, dort auch offensiv aufzutreten", erklärte Ilzer, der den gesperrten Kapitän Stefan Hierländer ersetzen muss. "Der Sieg gegen Mydtjylland war gut für das Selbstvertrauen. Wir haben eine Riesenvorfreude, für solche Spiele lebt man als Fußballer", sagte Abwehrchef Gregory Wüthrich, der für eine bisher starke schwarz-weiße Defensive in dieser Saison mitverantwortlich.