In Kopenhagen lief aus rot-weiß(-roter) Sicht am Sonntag alles nach Plan. Dänemark bezwang Frankreich mit 2:0 und bot dem ÖFB-Team damit die Möglichkeit, mit einem Erfolg über Kroatien den Weltmeister in der Tabelle einzuholen und den Gang in die B-Liga zu vermeiden. Doch ein Doppelschlag innerhalb von drei Minuten ließ Österreichs Hoffnung auf einen Verbleib in der Eliteliga der Nations League platzen. Trotz einer durchwegs ansprechenden Leistung unterlag das Team von Trainer Ralf Rangnick dem Vizeweltmeister vor 45.700 Zuschauern im Wiener Ernst-Happel-Stadion mit 1:3.

Ähnlich wie schon im Spiel gegen die Franzosen machte Österreichs Abwehr zunächst wieder die Nummer zehn des Gegners das Leben schwer. Diesmal nicht Kylian Mbappe, sondern David Alabas Teamkollege bei Real Madrid, Luka Modric, erzielte den ersten Treffer des Gegners. Die Antwort der österreichischen Auswahl ließ allerdings nur drei Minuten auf sich warten. Christoph Baumgartner, den Rangnick in den vorangegangenen fünf Partien nur einmal von Beginn an und zweimal gar nicht gebracht hatte, traf per Kopf zum 1:1. Auch in weiterer Folge machte es sich bezahlt, dass Rangnick zur 3-5-2-Formation zurückgekehrt ist, die er auch beim 3:0-Sieg im Hinspiel bei seiner Premiere gewählt hatte. Mit Stefan Posch, Kevin Danso und David Alaba als Dreier-Abwehr sowie Marcel Sabitzer am linken und Christopher Trimmel am rechten Flügel kam die Nationalelf im Laufe des Spiels immer besser in Fahrt und erspielte sich gute Chancen.

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Die Wende kam erst im Laufe des zweiten Spielabschnitts, als Wechsel, die eigentlich für einen frischen Wind sorgen sollten, und eine Systemumstellung auf die Viererkette das Gegenteil bewirkten. Zunächst verschlief Maximilian Wöber (für Posch gekommen) eine Flanke der Kroaten, Marko Livaja nickte ein. Und nur vier Minuten später enteilte Dejan Lovren dem Team-Debütanten Mohammed Cham (ersetzte Arnautovic). "Im Rückblick sind wir vielleicht ein bisschen zu früh ‚all in‘ gegangen mit den Wechseln, das würde ich - hinterher ist man immer schlauer - nicht mehr so machen", erklärte Ralf Rangnick mit Blick auf seinen Dreiertausch nach einer Stunde samt Switch von Dreier- auf Viererkette. Man sei davor mit der Dreierkette gut gestanden, sagte der 64-Jährige. Er habe sich deshalb zu den Wechseln entschieden, weil Christopher Trimmels Kräfte zu Ende gingen und Stefan Posch gelb-belastet war. Bis zum Zeitpunkt der Wechsel hatten die Österreicher mit Ausnahme des Gegentores beinahe keine Torgelegenheit der Kroaten zugelassen.

Gemischte Gefühle für Rangnick und das Team

Mit der Niederlage am Sonntag wartet die ÖFB-Mannschaft nun seit fünf Partien auf einen Sieg - eine derartige Serie gab es zuletzt 2011. Rangnicks Gefühle nach der Nations-League-Gruppenphase sind folglich gemischt. "Von sechs Spielen waren vier gut, da haben wir die Spiele über weite Strecken kontrolliert. In Dänemark und Frankreich haben wir verdientermaßen verloren, in den vier anderen Partien haben wir leider nur vier Punkte geholt." Weiter geht es ab dem 14. November mit einem Lehrgang in Marbella samt Testspiel am 16. November gegen Andorra. Den Abschluss bildet ein Test gegen Europameister Italien. Das Duell mit Andorra hätte sich Rangnick gerne erspart, doch der ÖFB ist aus vertraglichen Gründen verpflichtet, in dieser Woche zwei Matches durchzuführen. Angang Oktober findet schließlich die EM-Qualifikations-Auslosung statt, bei der Österreich aus Topf zwei gezogen wird. Die folgende Qualifikation startet im kommenden März, das Ticket für die Endrunde 2024 in Deutschland ist das erklärte Ziel. "Wir müssen uns im Hinblick auf die Qualifikation weiterentwickeln und verbessern", forderte Rangnick.