Sechs Siege in Serie: Für Rapid hätte es gegen die WSG Tirol zuletztt nicht besser laufen können. Die Tiroler könnten daher für die Wiener am Samstag zur rechten Zeit kommen. Nach dem beachtlichen 1:1 in Salzburg vor der Länderspielpause gilt es für Grün-Weiß in Innsbruck unbedingt nachzulegen, um vor dem Wiener Derby für Ruhe zu sorgen. "Demütig sein, hart arbeiten, Grundtugenden auf den Platz bringen und Punkte sammeln", forderte Rapid-Coach Ferdinand Feldhofer.

Dieser hatte mit dem überraschenden Punktgewinn in Wals-Siezenheim noch einmal den Kopf aus der Schlinge gezogen. Weitere Ergebnisse werden nun aber gefordert, wie auch der 42-Jährige weiß. Das sei keine Neuigkeit in seiner Funktion als Rapid-Trainer. "Gefühlt war jedes Spiel für mich ein Endspiel, jetzt wollen wir dranbleiben und den nächsten positiven Schritt setzen." Dass man wie in der Vergangenheit nach ein, zwei guten Spielen wieder komplett nachlasse, dürfe nicht mehr passieren. "Wir wollen uns weiterentwickeln und auch besser spielen", so Feldhofer.

Weiterentwickeln müssen sich auch die Tabellenletzten Ried und Altach. Dabei verspricht das Kellerderby am Sonntag (14.30 Uhr) weniger hochklassigen Fußball denn viel Spannung. Beide halten bei je fünf Punkten, die Saison gestaltet sich noch zäher als erwartet. "Wir sind momentan in einer schwierigen Phase", sagte Ried-Trainer Christian Heinle. Für ihn selbst wird die Luft immer dünner, auch wenn er zuletzt Rückhalt durch Sportchef Thomas Reifeltshammer bekam.

Dem jüngsten 0:3 bei der Wiener Austria, neuerlich ein Offenbarungseid der eigenen Schwächen, folgte eine eingehende Analyse mit der Klubspitze. Selbst bei einer Niederlage gegen Altach sei ein Heinle-Abschied für ihn kein Thema, erklärte Reifeltshammer am Freitag in den "Oberösterreichischen Nachrichten". Heinle selbst hat angesichts von 5 Punkten und nur 4 erzielten Toren in jedem Fall Sorgen. "Für uns ist es eine ganz wichtige Partie, weil es ein Gegner ist, der mit uns um den Klassenerhalt kämpft. Wir müssen Altach zuhause schlagen. Es liegt alles in unserer Hand."

Sturm Graz wiederum reist mit einem ordentlichen Punktepolster, aber schlechten Erinnerungen zum Auswärtsspiel bei der Austria. In Wien-Favoriten gingen die Steirer in der vergangenen Saison zweimal als Verlierer vom Rasen. Das Duell des Dritten Sturm mit dem sechs Zähler dahinter liegenden Vierten dient vor ausverkauftem Haus am Sonntag (17 Uhr) für beide Teams auch als Formüberprüfung vor den anstehenden Europacup-Mammutaufgaben. Sturm hat am Donnerstag in der Europa League Lazio Rom zu Gast, die Austria spielt in Spanien in der Conference League gegen Villarreal. Dass vier Tage davor ein heimischer Gradmesser für die Tabellen-Nachbarn ansteht, kommt gelegen. Die Formkurven passen: Sturm ist seit vier Partien ungeschlagen und auch die Austria steht bei vier Siegen in sechs Runden ohne Niederlage.

Die Last des Europacups bekommt auch Red Bull Salzburg zu spüren. Am Samstag steht für den Tabellenführer das Spitzenspiel gegen den ersten Verfolger LASK auf dem Programm (17 Uhr/Sky), am Mittwoch geht es zum Abschluss des Heimspiel-Doppels in der Champions League gegen den kroatischen Spitzenreiter Dinamo Zagreb um wichtige Punkte in der Gruppe E. Zeit zum Durchatmen bleibt für die Truppe in den kommenden Wochen bis zur WM-Pause kaum, insgesamt zwölf Pflichtspiele stehen im Kalender. Umso wertvoller ist aus Sicht der Salzburger, dass von den Nationalmannschaften alle Spieler wieder gesund zurückgekehrt sind, wie Trainer Matthias Jaissle erklärte. Eine Ausnahme bildet die Muskelverletzung des Brasilianers Fernando. Ein Einsatz des 23-Jährigen in den kommenden Spielen ist unwahrscheinlich.