Die Kickerinnen des SKN St. Pölten haben mit dem erstmaligen Einzug eines österreichischen Vereins in die Gruppenphase der Frauen-Champions-League Geschichte geschrieben. Nun soll in der Gruppe B der Königsklasse das nächste Kapitel dieses Märchens aufgeschlagen werden - auch wenn die Rolle der Prinzessin in diesem Spiel keineswegs klar, ja mit Blick auf St. Pölten eher unwahrscheinlich ist. Immerhin ist der Klub in der höchsten Spielklasse klarer Außenseiter und bekommt es bei der Premiere in der Gruppenphase der Frauen-Champions-League mit den Kalibern Wolfsburg, AS Roma und Slavia Prag zu tun. Das hat die Auslosung am Montag in Nyon ergeben. Die erste Runde wird am 19. und 20. Oktober ausgetragen, der genaue Spielplan stand vorerst noch nicht fest.

SKN-Trainerin Liese Brancao hält den Einzug in die Runde der letzten acht für machbar. "Es hätte schlimmer kommen können. Wolfsburg ist ganz klarer Favorit, die drei anderen Teams kämpfen um Platz zwei." Roma sei wohl eine Stufe weiter als die SKN-Frauen und Slavia, erklärte Brancao. "Für uns ist gegen Slavia und Roma etwas möglich. Man kann in der Gruppe aufsteigen, aber auch Vierter werden." Bei der Auslosung schrammten die Niederösterreicher knapp an Gruppe D und damit an Duellen mit dem FC Barcelona und Bayern München vorbei. "Natürlich würde man gerne einmal gegen Barcelona spielen. Aber sportlich bringen uns unsere Spiele, die wir jetzt haben, mehr als Spiele gegen Barcelona und Bayern, wo man nur verteidigen kann", meinte Brancao.

Dennoch sind die Gegnerinnen gewarnt. St. Pölten setzte sich auf dem Weg zu den besten 16 Teams Europas gegen Ljuboten (7:0), Dinamo-BSUPC (3:0) und in der entscheidenden zweiten Qualifikationsrunde gegen Kuopio (2:2 nach Verlängerung nach Hinspiel-1:0-Sieg) durch. Das rentiert sich auch finanziell. Der Verein bekommt von der Uefa mindestens 400.000 Euro. Die Summe könnte sich erhöhen, gibt es doch für jeden Sieg 50.000 Euro und für jedes Unentschieden 17.000 Euro als Prämie. St. Pölten hofft in den drei Heimspielen in der NV Arena auf eine bessere Unterstützung von den Rängen als zuletzt gegen Kuopio.

Europacup schlägt Liga

Auf die Mannschaft aus Niederösterreich wartet nun vor allem ein ereignisreicher Dezember, in dem drei Champions-League-Runden über die Bühne gehen. Weil aber die heimische Bundesliga zu dem Zeitpunkt schon längst Pause hat, werden die St. Pöltnerinnen mehr Europacup-Spiele als Ligaspiele absolvieren. Die letzte Runde im Herbst steht am 6. November auf dem Programm, das Frühjahrsprogramm startet dann erst wieder Ende März 2023. (apa/rel)