Mit einem respektablen Heim-0:0 aus dem Europa-League-Hinspiel ist Sturm Graz nun nach Rom aufgebrochen. Allein, an eine Vorentscheidung ist in der umkämpften Gruppe F angesichts der kollektiven Punktegleichheit auch nach dem zweiten Duell mit Lazio am Donnerstag (21 Uhr/Servus-TV) nicht zu denken. Was aber klar ist: Eine neuerliche Überraschung würde die Chance der Grazer auf ein Überwintern im Europacup drastisch erhöhen. "Rom ist eine superschöne Stadt", sagte Trainer Christian Ilzer am Mittwoch am Grazer Flughafen. "Aber wir fliegen nicht runter, um die Schönheit von Rom zu genießen, sondern wir haben einen Job zu erledigen. Und der wird schwer."

Für sein Team geht es in Italien auch um die Beweisführung, dass Rotterdam zuletzt nur ein Ausrutscher war. Die Erinnerung an das 0:6 bei Feyenoord im ersten Auswärts-Gruppenspiel flog am Mittwoch nur mutmaßlich in den Hinterköpfen der Akteure mit. Viel lieber trugen die Grazer die beim Hinspiel getankte Zuversicht vor sich her. "Es wartet eine Klassemannschaft, aber wir haben eine Idee. Wir haben gemerkt, dass wir Wege finden können, um sie zu ärgern", betonte Ilzer. Das 0:0 brachte Sturm durchaus Lob aus dem Europameister-Land ein. Von "Hieben zügelloser Jugendlicher" schrieb etwa "Tuttosport" in Anspielung an die wesentlich jüngere Sturm-Mannschaft und befand gar: Das Grazer Mittelfeld sei für Lazio ein "Käfig ohne Ausweg" gewesen.

Mit den Zurückgekehrten Emanuel Emegha, Jakob Jantscher und Otar Kiteishvili darf Ilzer an verschiedenen Offensiv-Varianten tüfteln. Schwer zu ersetzen dürfte Rechtsverteidiger Jusuf Gazibegovic sein, der gesperrt zuschauen muss. Die Aufgabe der Spieler ist komplex, das Rennen um die zwei Aufstiegsplätze sowie den Umsteiger-Platz als Dritter in die Conference League könnte enger nicht sein. Alle vier Teams halten nach drei Spielen bei vier Punkten. Die Squadra Lazios musste sich nach dem Graz-Auftritt Agonie und fehlenden Teamgeist nachsagen lassen. Eine ähnliche mediale Schelte möchte die Truppe von Maurizio Sarri dank ihrer Heimstärke zu vermeiden wissen. Die Steirer kommen nicht allein. Etwa 1.500 Sturm-Fans haben sich als akustische Unterstützung angesagt.