Das Achtelfinale der Champions League dürfte wieder ohne den FC Barcelona über die Bühne gehen. Die Katalanen retteten sich am Mittwoch zwar noch zu einem 3:3 gegen Inter Mailand, liegen aber weiter drei Zähler hinter den zweitplatzierten Italienern, für die bei Punktegleichheit der bessere direkte Vergleich sprechen würde. "Es ist schwer, etwas zu sagen. Es ist brutal für uns", verlautete Barca-Trainer Xavi. Das Aus der Spanier besiegeln kann nun ausgerechnet der FC Bayern.

Deutschlands Serienmeister verlor im Sommer nach langem Hin und Her Stürmerstar Robert Lewandowski an Barcelona. Da wäre es sicher eine Genugtuung, den vierfachen Champions-League-Sieger, der schon vergangene Saison das Achtelfinale verpasst hatte, aus dem Bewerb zu werfen. Die Bayern haben den Aufstieg in der Gruppe C nach vier Siegen schon in der Tasche, den Gruppensieg aber noch nicht fix. Deshalb genießt das Duell mit Barca im Camp Nou am 26. Oktober weiter höchste Priorität. "Wir wollen Gruppenerster werden", betonte Bayern-Trainer Julian Nagelsmann.

Barcelona ging durch Ousmane Dembele (40.) zwar in Führung, musste nach Inter-Treffern von Nicolo Barrella (50.), Lautaro Martinez (63.) und Robin Gosens (89.) aber zweimal einem Rückstand nachlaufen. Lewandowski konnte ein vorzeitiges Ausscheiden mit seinen Toren zum 2:2 (82.) und 3:3 (92.) noch abwenden.

"Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt und hätten mehr verdient. Aber das ist Fußball. Wir haben viele Fehler gemacht und dafür bezahlen müssen", klagte der 42-jährige Xavi. Laut Kapitän Sergio Busquets hätte man es mit den ganzen Verpflichtungen im Sommer besser machen müssen. Ganz hat er die Hoffnung noch nicht aufgegeben. "Es wird jetzt aber schwierig, weil wir nicht mehr von uns abhängig sind." Auch deshalb betonte auch Xavi, nun den vollen Fokus auf die Liga zu legen. Da wartet am Sonntag mit dem Clasico bei Real Madrid das nächste Highlightspiel, in dem es um die Tabellenführung in LaLiga geht.

Selbst wenn der Heimsieg über die Bayern gelingt - Inter kann den Münchnern mit einem Sieg in der vorletzten Runde zu Hause gegen das noch punktlose Schlusslicht Viktoria Pilsen ins Achtelfinale folgen. Coach Simone Inzaghi trauerte zwar einem Sieg auch aufgrund einer vergebenen Topchance in der Nachspielzeit nach, war sonst aber mit dem Auftritt zufrieden. "Wir haben ein großartiges Match gespielt", betonte der Italiener. Nun müsse man eben gegen Pilsen den letzten Schritt zum Aufstieg machen.

Bayerns Sieg-Rekord

Die Bayern stellten mit dem elften Sieg in der Gruppenphase in Folge (4:2 in Pilsen) einen neuen Rekord auf und sind in der Königsklasse schon seit 32 Gruppenpartien (29 Erfolge) unbesiegt. Im Gegensatz zur Schwächephase in der Liga trumpft die Nagelsmann-Truppe im Europacup weiter richtig auf. "Wir haben zwölf Punkte aus vier Spielen in der schwersten Gruppe geholt, ein großes Kompliment an die Mannschaft", sagte Nagelsmann.

Er verhalf mit Paul Wanner einem offensiven Mittelfeldspieler im Alter von 16 Jahren und 293 Tagen zum Champions-League-Debüt. Der halbe Österreicher, der in Dornbirn geboren wurde, löste Mathys Tel als jüngster Bayern-Spieler im internationalen Bewerb ab. In der 70. Minute eingetauscht (wie übrigens auch Marcel Sabitzer) musste er auf einer ungewohnten Position ran. "Paul ist ja kein gelernter Linksverteidiger, aber hat das auch im Training schon gut gemacht. Ich finde auch, dass er es im Spiel gut gemacht hat", sagte Nagelsmann. Kurz nach seinem 16. Geburtstag war der DFB-Nachwuchs-Teamkicker auch schon Bayerns jüngster Bundesliga-Spieler geworden.

Keinen Grund zum Feiern gab es indes für Oliver Glasner nach der 2:3-Niederlage von Eintracht Frankfurt bei Tottenham. Trotzdem hob der Oberösterreicher das Positive hervor: "Ich bin unglaublich stolz, was sie geleistet haben. Dieser Charakter und diese Persönlichkeit - das ist Eintracht-Frankfurt-Identität, die ich hier gesehen habe." Die Eintracht ist nun zwar in der Gruppe D Letzter, hat aber die Möglichkeit, mit zwei Siegen gegen Olympique Marseille (26. Oktober) und bei Sporting (1. November) fix ins Achtelfinale aufzusteigen. Tottenham ist drei Zähler davor Erster.

Salahs Hattrick-Rekord

Siegreich war mit Liverpool auch ein anderer Premier-League-Klub, der die Glasgow Rangers im Ibrox Park mit 7:1 abfertigte. Mo Salah erzielte dabei in nur 6:12 Minuten (76., 80., 81.) den schnellsten Champions-League-Hattrick überhaupt. "Speziell. Typischer Mo", meinte Liverpool-Trainer Jürgen Klopp. Britische Medien sahen in der Partie nach dem schlechtesten Premier-League-Saisonstart seit zehn Jahren eine Wende. "Als ob ein Fingerschnippen all ihre Qualitäten auf magische Weise wieder auftauchen ließ", schrieb der "Telegraph". Bereits weiter ist Gruppe-A-Leader SSC Napoli nach einem 4:2 gegen Ajax Amsterdam, bei den Niederländern spielte Florian Grillitsch ab der 64. Minute. In Pool B ist überraschend Club Brügge nicht mehr aus den Top zwei zu verdrängen.