Sturm Graz hat am Abend in der Europa League ein 2:2 bei Lazio Rom erreicht und dabei die wohl beste Leistung in dieser Europacup-Saison gezeigt. Zwar mussten die Römer die zweite Hälfte nach einem Ausschluss mit einem Mann weniger bestreiten, allerdings spielten die Grazer auch vor der Pause bereits munter mit. In Überzahl war Sturm dann die klar bessere Mannschaft, der erst 19-Jährige William Boving traf zweimal. Die Chance auf den Aufstieg ist gegeben.

Schon beim Hinspiel in Graz überzeugten die Steirer beim torlosen Remis, das Rückspiel im Stadio Olimpico entwickelte sich dann zu einer kleinen Sternstunde, zumindest in der jüngeren Geschichte des Klubs. Denn Lazio ist aktuell Dritter in der italienischen Serie A und in starker Form, was in der ersten Hälfte auch durchaus zur Geltung kam. Sturm hatte in einigen Situationen Glück, unter anderem bei einem Lattentreffen von Ciro Immobile. Auch Torhüter Jörg Siebenhandl konnte sich einige Male auszeichnen, unter anderem gegen Pedro, den ehemaligen Barcelona- und Chelsea-Angreifer.

Rote Karte vor der Pause


Doch auch Sturm war in der Offensive immer wieder präsent, vor allem durch schnelle Konter. Es war insgesamt ein attraktives Spiel zweier mutiger Mannschaften, das unmittelbar vor der Pause zwei Schlüsselszenen erlebte: Zunächst traf Immobile per Elfer zum 1:0, danach verlor Lazio Manuel Lazzari durch Gelb-Rot. Der Abwehrspieler hatte Sturms Alexander Prass über das Gesicht gewischt.

Die goldene Entscheidung von Sturm-Trainer Christian Ilzer war, den jungen Dänen Boving zur Pause zu bringen, der nach rund zehn Minuten von der Strafraumgrenze den Ausgleich erzielte, bereits zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient. Die Grazer blieben aktiv und brachten Lazio mehrmals in Schwierigkeiten. Die Italiener fanden offensiv nur mehr über Konter statt, waren dabei aber auch gefährlich, zumindest gelegentlich. Dennoch kam der Führungstreffer durch Pedro überraschend und war – auch – die Folge eines Tormannfehlers (71.). Doch Sturm kam zurück, erneut über ihren Teenager, der in der 83. Minute zum 2:2 traf. Sturm bleibt in der Tabelle der Gruppe zwar auf dem letzten Platz, hält aber ebenso bei fünf Punkten wie Tabellenführer Feyenoord, das gegen Midtjylland auch 2:2 remisierte.

Austria verliert etwas unglücklich

Austria Wien hat daheim in der Conference League etwas unglücklich 0:1 gegen Tabellenführer Villarreal verloren. Der Treffer der Spanier in der insgesamt chancenarmen Partie fiel erst kurz vor Schluss nach einer schönen, wenn auch etwas glücklichen Aktion von Manu Morlanes, der den Torschützen Nicolas Jackson per Fersler bediente. Die Austria hatte ihre beste Aktion durch einen Fernschuss von Can Keles Mitte der zweiten Hälfte.

Matteo Meisl im Kopfballduell mit Spaniens Teamspieler Pau Torres. 
- © apa / Georg Hochmuth

Matteo Meisl im Kopfballduell mit Spaniens Teamspieler Pau Torres.

- © apa / Georg Hochmuth

Der Höhepunkt in dieser Europacup-Saison, nämlich der Auftritt der spanischen Spitzenmannschaft im Viola Park, war überschattet durch den schweren Autounfall von Austria-Talent Muharem Huskovic am Vorabend. Der junge Stürmer erlitt dabei schwere Verletzungen, schwebt aber nicht in Lebensgefahr. Die 21-jährige Lenkerin war mit voller Wucht gegen das Heck eines LKW geprallt, der aufgrund eines Defekts mit geringer Geschwindigkeit abgeschleppt wurde. Das Auto, in dem der Austrianer saß, ging sofort in Flammen auf.

Dieser Schock war der Mannschaft gegen Villarreal nicht einmal 24 Stunden nach diesem Unfall nicht anzusehen. Sie spielte taktisch diszipliniert und bot den Spaniern durchaus Paroli. Es war vielleicht nicht die engagierteste Leistung Villarreals, jene der Austria verdient aber dennoch, vor allem angesichts der Umstände, Beachtung. Die Spanier kontrollierten den Ball, ohne jedoch sehr gefährlich zu werden. Auf der anderen Seite taten sich die Wiener im Angriffsspiel schwer, brachen aber zwei, dreimal gut durch.

Bei einem Freistoß aus gut 25 Metern prüfte Manfred Fischer den routinierten Torhüter Pepe Reina, dessen weiten Ausschuss danach über Umwege bei Morlanes landet und das Unglück seinen Lauf nahm. Trainer Manfred Schmid befand nach dem Spiel: "Die Mannschaft hätte sich einen Punkt verdient. Es war unnötig." (sir)