Sturm ist der Favoritenrolle im mit Spannung erwarteten Grazer Fußball-Derby gegen den GAK gerecht geworden. Der Vizemeister konnte sich allerdings am Mittwochabend im Achtelfinale des ÖFB-Cups in der mit 15.400 Zuschauern ausverkauften Merkur Arena gegen den Zweitligisten nur knapp mit 1:0 durchsetzen. Zum Matchwinner avancierte Albian Ajeti erst in der 65. Minute. Ebenfalls ins Viertelfinale zog der WAC ein, der bei Zweitligist Blau-Weiß Linz mit 3:1 gewann.

Die Fans der beiden Lager marschierten vor der Partie in Graz aus verschiedenen Richtungen zum Stadion. Laut Polizei gab es keine nennenswerten Vorfälle. Die Partie konnte dann aber erst nach minutenlanger Verzögerung beginnen, da Rauschwaden wegen bengalischer Feuer für schlechte Sicht gesorgt hatten.

Mit Pyrotechnik begleiteten die Fans des GKA das Match. 
- © APA/ERWIN SCHERIAU

Mit Pyrotechnik begleiteten die Fans des GKA das Match.

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Auf dem Feld war die in der Bundesliga zweitplatzierte Sturm-Truppe erwartungsgemäß spielbestimmend, kam jedoch kaum in die letzte Zone, auch weil der finale Pass nicht ankam. Und weil der große Außenseiter, der durch den Ex-Sturm-Kicker Benjamin Rosenberger die erste Chance vorfand (12.), in der Defensive mit einer Fünferkette sehr geordnet stand und wenig Abschlussmöglichkeiten zuließ. Das Gefährlichste war ein Ajeti-Kopfball (18.), zudem ging ein Schuss des Stürmers daneben (26.) und fiel ein Prass-Abschluss zu schwach aus (36.).

Zahlreich Pyrotechnik gezündet

Kurz nach dem Seitenwechsel war die Partie kurz unterbrochen, da wieder zahlreich Pyrotechnik gezündet worden war. In der Folge wurde auch noch eine Fahne im Sturm-Sektor in Brand gesetzt, da konnte allerdings weitergespielt werden. Am Spielgeschehen änderte sich wenig, Sturm war tonangebend, tat sich aber weiter schwer. Ajeti brachte einen Kopfball nichts aufs Tor, der in der Startformation aufgebotene Jakob Jantscher verfehlte den Ball zudem am langen Eck (55.).

Zehn Minuten später wurde der Sturm-Anhang erlöst. Nach weitem Ljubic-Zuspiel überhob Ajeti gekonnt GAK-Tormann Christoph Nicht und beförderte den Ball dann ins leere Tor. Beinahe hätte der Tabellenneunte der 2. Liga noch eine Verlängerung erzwungen, bei einem Freistoß von Routinier Michael Liend aus 17 Metern parierte Sturm-Goalie Jörg Siebenhandl glänzend zur Ecke (93.). Damit endete das Grazer Derby genauso mit einem 1:0-Erfolg wie das zuvor letzte im Jahr 2007.

"Jörg hatte zum Schluss bei Liendls Freistoßgeschenk seinen großen Auftritt", verpackte Sturm-Coach Christian Ilzer ins Lob für den Tormann auch Schiedsrichterkritik. Leztlich durfte er aufatmen. "Eine perfekte Kulisse, wie es sich ein Stadtderby verdient. Wir haben uns zu diesem Sieg aber wahrlich gequält", resümierte der Steirer, dessen Elf am Samstag zum Schlager bei Bundesliga-Leader Salzburg reist.

Leichtes Spiel für WAC in Linz

Keine Mühe hatte der WAC in Linz, da Raphael Schifferl nach Omic-Freistoßflanke schon vor dem Seitenwechsel per Kopf traf (36.). Unmittelbar nach Wiederbeginn sorgte ein Doppelschlag von Tai Baribo (47.) und Maurice Malone (48.) für klare Verhältnisse. Die beiden Akteure mussten den Ball nach Hereingaben aus kurzer Distanz nur noch über die Linie befördern. Den Linzern gelang durch Stürmer Ronivaldo per Kopf nur der Ehrentreffer (83.). Die Wolfsberger stehen damit zum dritten Mal in Folge in der Runde der letzten acht. In den vergangenen beiden Auflagen war dann jeweils erst im Cup-Halbfinale Endstation. (apa)