Einen ganz speziellen Auftritt in Old Trafford bei Manchester United und Cristiano Ronaldo hatten sich die Salzburger vor der Europa-League-Auslosung am Montag gewünscht - geworden ist es dann ein Duell mit einem "speziellen" Trainer. Jose Mourinho, "The Special One", wird mit seiner AS Roma am 16. Februar zu Gast in Wals-Siezenheim sein, wenn es im Hinspiel der Zwischenrunde um ein Europacup-Achtelfinalticket geht. Ein Aufstieg gegen den Tabellensechsten der Serie A und amtierenden Conference-League-Sieger ist schwierig, aber alles andere denn unmöglich für den heimischen Serienmeister. Wiewohl die Bullen-Elf dann erst eine einzige (!) Meisterschaftspartie in den Beinen haben wird - nach fast dreimonatiger WM- und Winterpause.

"Es ist ein richtig großer, traditionsreicher Verein aus Italien. Man braucht sich das nur anzuschauen: Rund 400 Millionen Euro Marktwert, die Conference League gewonnen, ein Startrainer", meinte Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund, dessen Klub dem italienischen Meister AC Milan (1:1, 0:4) soeben in der Königsklasse den Vortritt lassen musste. "Ich würde Roma auf eine ähnliche Stufe stellen", ergänzte Freund, der summa summarum eine "schöne, große Aufgabe" gegen die Giallorossi sieht.

Die Roma musste freilich am Wochenende eine herbe Niederlage einstecken - das prestigeträchtige Derby gegen Lazio ging 1:0 verloren. Gespielt wurde - wie auch am 23. Februar 2023 im Rückspiel - im traditionsreichen Stadio Olimpico, an das die Bullen-Truppe ausnehmend gute Erinnerungen hat. Sowohl 2009 in der Europa-League-Gruppenphase (2:1-Sieg) als auch im Viertelfinale 2018 war Lazio der Gegner - vor vier Jahren schaffte man trotz einer 2:4-Niederlage mit dem Halbfinal-Aufstieg den bis dahin größten Erfolg der Red-Bull-Ära. "Wir haben in der Europa League schon einige schöne Europacupnächte gehabt", merkte auch Kapitän Andreas Ulmer an. Ein konkretes Ziel für die K.o.-Phase gibt es aber nicht: "Man muss das von Runde zu Runde sehen. Das kann man nicht planen. Es muss sich entwickeln. 2018 haben wir uns in einen Flow reingespielt, erinnerte Freund.

Wie man internationale Titel gewinnt, weiß keiner besser als Mourinho: Der 59-jährige Portugiese, der seit Sommer 2021 auf der Trainerbank in der Ewigen Stadt sitzt, hat schon fast alles gecoacht, was Rang und Namen hat - und dabei zwei Mal die Champions League (2004, 2010) sowie je einmal Uefa-Cup (2003), Europa League (2017) und Conference League gewonnen. National stehen Meisterschaften in England (3x), Italien und Portugal (je 2x) und Spanien (1x) zu Buche. "Er ist einer der größten Trainer der letzten Jahre", sagte Freund - womit das K.o.-Duell einen ganz speziellen Kick erfährt.

Außer dem Europa-League-Schlager zwischen Barcelona und Manchester United gibt es eine Etage höher auch zwei ganz spezielle Duelle - nämlich ein doppelte Final-Dacapo im Champions-League-Achtelfinale: So fordert der FC Bayern das Starensemble von Paris St. Germain (1:0-Finalsieg 2021), und Titelverteidiger Real Madrid bittet den FC Liverpool zur Endspielrevanche von heuer (ebenfalls 1:0). Mit dabei bei den zwei absoluten Top-Hits im Februar/März sind zwei Österreicher - David Alaba bei den Königlichen, Marcel Sabitzer in den Reihen der Münchner.