Die Partie am Samstag war die letzte: Maria Gstöttner, Rekordtorschützin der österreichischen Bundesliga, hat nach der 1:3-Niederlage gegen den SKN St. Pölten und dem Ende der Hinrunde ihre Karriere mit 38 Jahren beendet. Seit 1998 hatte sie beim USV Neulengbach gespielt, 393 Ligatore geschossen, sechs Mal wurde sie Torschützenkönigin. Wahrscheinlich war Gstöttner auch Rekordspielerin der Bundesliga, ganz genau weiß man das allerdings nicht. Um die Jahrtausendwende, als die Stürmerin ihre Karriere begann, kümmerte sich der ÖFB noch nicht um statistische Aufzeichnungen des Bewerbs. Die Mannschaften übernahmen das, so gut es ging, selbst. Systematisch liegen die Daten heute aber nicht vor.

Im Sturm mit Burger

Gstöttner war Aushängeschild jener Mannschaft, die ab den frühen 2000er Jahren die Liga dominierte. Gemeinsam mit Sturmpartnerin Nina Burger zerschoss Gstöttner die Liga. Zwischen 2003 und 2014 wurde Neulengbach zwölf Mal Meister. Noch heute ist der Verein Rekordmeister. Neben Gstöttner und Burger spielten in diesen Jahren auch die Teamspielerinnen Manuela Zinsberger und Nadine Prohaska ebenso für den Klub wie Liese Brancao, die heute als Trainerin von St. Pölten Titel nach Titel gewinnt.

  und Auch international machte das Team von sich reden: 2014 stieß es in der Champions League bis ins Viertelfinale vor. Eine leichte Gänsehaut habe sie immer verspürt, wenn sie auf dem Platz die Hymne des Bewerbs gehört habe, sagte Gstöttner 2020 in einem Interview. Für das Nationalteam erzielte sie in 35 Partien fünf Tore.

Gelernt hat Gstöttner das Kicken aber nicht auf der großen Bühne, sondern im niederösterreichischen Würmla, vom Elternhaus zum Fußballplatz war es nicht weit. Mit acht Jahren begann sie beim dortigen Verein mitzuspielen. In dieser Saison reichte es für Gstöttner nur mehr für zwei Kurzeinsätze. "Die jungen Mädels sind sehr talentiert und spritziger, der Kampf um das Leiberl wurde nicht leichter", sagte sie nach der Partie gegen St. Pölten. Dem Fußball möchte sie aber in jedem Fall erhalten bleiben.