Wie ein geheimer Schatz wurden sie bis zuletzt gehütet. Wer ihnen zu nahe kam, wurde von Securities wegkomplementiert. Dabei kamen Tag für Tag mehr Fußballfans, um sich die Stars der WM genauer anzusehen: die acht Stadien. Sieben von ihnen wurden neu errichtet. Für die Entwürfe angelte sich Katar namhafte Architekten, während Tausende Arbeiter bei den Bauarbeiten unter sengender Sonne umkamen - die "Wiener Zeitung" hat berichtet.

Die Zuschauer und Spieler werden es hingegen angenehm kühl haben. Überdimensionale Klimaanlagen sollen für eine stete Temperatur von 21 Grad sorgen. Am Sonntag geht es los um 17 Uhr (MEZ) im Al Bayt Stadion inmitten der Wüste. 60.000 Zuschauer haben Platz in dem Stadion, in dem Katar das Eröffnungsspiel gegen Ecuador bestreitet.

Wie das Stadion gefüllt werden soll, angesichts eines Spiels mit der Brisanz zweier Hobbymannschaften aus der Marillenliga, ist eines der vielen Rätsel um diese Weltmeisterschaft. Spiele wie diese sind jedoch die Ausnahme, bereits in den Gruppenspielen kommt es zu Fußballklassikern wie USA gegen den Iran, Argentinien gegen Mexiko oder Spanien gegen Deutschland.

Al Bayt Stadion, Al Khor. 60.000 Plätze 
- © Bernd Vasari

Al Bayt Stadion, Al Khor. 60.000 Plätze

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Wer das Auftaktmatch zu langweilig findet, kann sich zumindest das 800 Millionen Euro teure Stadion genauer ansehen. Die Außenhülle ist in der Form eines Beduinenzeltes gestaltet - geplant von Albert Speer junior, Sohn von Adolf Hitlers Lieblingsarchitekten. Nach der WM wird der Oberrang des Stadions in ein Shoppingcenter mit angeschlossenem 5-Sterne-Hotel umgewandelt. Die 28.000 Sitze sollen an Entwicklungsländer gespendet werden.

Lusail Stadion, Doha - Lusail. 80.000 Plätze. 
- © Bernd Vasari

Lusail Stadion, Doha - Lusail. 80.000 Plätze.

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Das größte WM-Stadion liegt in der Trabantenstadt Lusail, am nördlichen Rand von Doha. Hier findet am 18. Dezember, an dem Katar auch seinen Nationaltag feiert, das Finale statt. Die Pläne stammen von Norman Foster, der auch für den Entwurf des Apple-Parks in Kalifornien sowie für die Neugestaltung Londoner Wembley Stadions verantwortlich ist. 650 Millionen Euro kostete das Lusail Stadion, das nach der WM Schulen, Geschäfte, Cafés, Sporteinrichtungen und Gesundheitskliniken beherbergen soll.

Stadion 974, Doha. 40.000 Plätze. 
- © REUTERS

Stadion 974, Doha. 40.000 Plätze.

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Aus 974 bunten Schiffscontainern wurde das gleichnamige Stadion beim Hafen von Doha errichtet. Der Entwurf ist eine Gemeinschaftsarbeit der beiden Architektenbüros von Fenwick Iribarren Architects und Schlaich Bergermann Partner, die Kosten lagen bei etwa 700 Millionen Euro. Nach der WM soll es vollständig abgerissen werden, alle Bestandteile werden an Entwicklungsländer gespendet. Auf dem Gelände des Stadions sind Grünanlagen geplant.

Al Thumama Stadion, Doha. 40.000 Plätze. 
- © AFP

Al Thumama Stadion, Doha. 40.000 Plätze.

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Etwas abseits gelegen und als eines der beiden Stadien (neben dem Al Bayt Stadion) ohne U-Bahnanschluss wurde das Al Thumama Stadion vor allem für die Gruppenspiele konzipiert. Die Außenhülle ist der Gahfiya, der islamischen Kopfbedeckung für Männer, nachempfunden. Die Kosten lagen bei etwa 330 Millionen Euro, die drei Architektenteams Ibrahim M. Jaidah, Fenwick Iribarren Architects und Heerim Architec sorgten für den Entwurf. Der obere Rang wird nach der WM in ein Boutique Hotel umgewandelt, die Sitze werden gespendet.

Ahmed bin Ali Stadion, Doha - Al Rayyan. 40.000 Plätze. 
- © AFP

Ahmed bin Ali Stadion, Doha - Al Rayyan. 40.000 Plätze.

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Das Ahmad Bin Ali Stadion ist die Heimstätte der drei Fußballklubs al Rayyan SC, al-Kharitiyath SC und al-Jaish, es entstand auf dem 2014 abgerissenen gleichnamigen Stadion. Ahmad Bin Ali war ein Emir, der von 1960 bis 1972 regierte. 1971 rief er die Unabhängigkeit von Großbritannien im Fernsehen aus. Die Kosten für den Stadionneubau lagen bei rund 330 Millionen Euro. Der obere Rang wird nach der WM abgebaut.

Education City Stadion, Doha - Al Rayyan. 40.000 Plätze 
- © Bernd Vasari

Education City Stadion, Doha - Al Rayyan. 40.000 Plätze

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Nur eine U-Bahnstation davon entfernt liegt das Education City Stadion, umgeben von Ablegern mehrerer westlicher Universitäten, der Nationalbibliothek und dem Arabischen Museum für Moderne Kunst. Es ist das zweite geplante Stadion von Fenwick Iribarren Architects, die hier mit Pattern Architects zusammenarbeiteten. Die Außenhülle des Stadions besteht aus Dreiecken und Rauten, die je nach Sonnenstand ihre Farbe ändern.

Khalifa International Stadion, Doha. 40.000 Plätze. 
- © Bernd Vasari

Khalifa International Stadion, Doha. 40.000 Plätze.

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Das Khalifa International Stadion ist das einzige, das nicht neu gebaut werden musste, es besteht seit 1976. Für die WM wurde das Stadion renoviert. Die Leichtathletikanlage wird mit Kunstrasen bedeckt, die Distanz zwischen Rängen und Spielfeld bleibt.

Al-Janoub Stadion, Al Wakra. 40.000 Plätze. 
- © AFP

Al-Janoub Stadion, Al Wakra. 40.000 Plätze.

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In Form einer Muschel wurde das Al Janoub Stadion von der irakisch-britischen Architektin Zaha Hadid gestaltet. Für den Bau wurde die Wiener Firma Porr beauftragt. Die Kosten beliefen sich auf 590 Millionen Euro. Nach der WM wird die Hälfte der Sitze gespendet.

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