Mexiko und Polen sind mit einer Nullnummer in die Fußball-WM in Katar gestartet. Nachdem Turniermitfavorit Argentinien gegen Saudi-Arabien zuvor sensationell 1:2 verloren hatte, stand das zweite Spiel der Gruppe C am Dienstagabend bereits unter dem Motto "Verlieren verboten". Während Mexiko als überlegenes Team nicht zu einem Torerfolg kam, wurde Stürmer-Star Robert Lewandowski bei den Polen mit einem verschossenen Elfmeter zum tragischen Helden.

Der zweifache Weltfußballer scheiterte in der 58. Minute vom Punkt am kultigen Mexiko-Tormann Guillermo Ochoa. Das Spiel endete 0:0. Der 37-Jährige reihte sich mit seiner fünften WM-Teilnahme genauso wie Argentiniens Lionel Messi in den Kreis der WM-Rekordteilnehmer ein. Lewandowski blieb auch in seinem vierten WM-Spiel ohne Torerfolg. Die Mexikaner setzten indes ihre Ungeschlagen-Serie von sieben Partien in WM-Auftaktspielen fort. Bei den jüngsten sieben Weltmeisterschaften gab es für die Lateinamerikaner nun fünf Siege und zwei Remis.

Saudi-Arabien an der Tabellenspitze der Gruppe C

Nach der ersten Runde liegt Saudi-Arabien damit überraschend an der Tabellenspitze der Gruppe C, Mexiko und Polen hielten ihre Chancen auf die K.o.-Phase intakt. Argentinien um Superstar Lionel Messi steht bereits ordentlich unter Druck, am Samstag geht es gegen Mexiko. Davor ist Polen gegen Saudi-Arabien gefordert.

Im Stadion 974 am Hafen von Doha, an dem 974 bunte Schiffscontainer verbaut wurden, sorgten die vielen Mexiko-Anhänger unter den 39.369 Zuschauern für ein grünes Meer auf den Tribünen sowie ohrenbetäubende Stimmung. Denn die Mexikaner haben eine ganz klare WM-Mission: Endlich ihren Achtelfinal-Fluch zu beenden. Zuletzt hatte "El Tri" sieben Mal hintereinander den Aufstieg ins Viertelfinale verpasst. Teamchef Gerardo Martino, der Superstar "Chicharito" (34) freiwillig nicht nominiert hatte, baute im Auftaktspiel auf sieben Spieler aus der heimischen Liga.

Ausrichtung an Lewandowski

Der polnische Nationaltrainer Czeslaw Michniewicz richtete in einem 4-3-2-1-System alles auf Solospitze Lewandowski aus. Der Kapitän und Superstar des FC Barcelona hatte zuletzt offen um einen zweiten Stürmer an seiner Seite gebeten. Erneut in die Geschichtsbücher trug sich Stephanie Frappart ein. Als Vierte Offizielle war die Französin die erste Frau in einem Schiedsrichterteam bei einer Männer-WM.

Es waren die Mexikaner, die in einer flotten Anfangsphase zuerst gefährlich am gegnerischen Tor anklopften. Nach einem schnellen Gegenstoß über Napoli-Angreifer Hirving Lozano konnte Alexis Vega dessen Hereingabe aber nicht mehr aufs Tor bringen (5.). Ähnlich erging es Hector Moreno (12.) mit einem Kopfball. Die Martino-Elf war über weite Strecken deutlich aktiver und hatte durch Vega, dessen Kopfball aus fünf Metern knapp am langen Eck vorbeiflog, auch die größte Möglichkeit im ersten Durchgang (26.).

Kurz danach sorgte Polen-Tormann Wojciech Szczesny mit einem kleinen Ausflug im eigenen Strafraum für erhöhten Herzschlag bei den heimischen Fans. Polen blieb offensiv hingegen ohne einen einzigen Schuss aufs Tor harmlos, Lewandowski wurde von der mexikanischen Abwehr gut isoliert. Nach dem Seitenwechsel sorgte ein harter Zweikampf zwischen Moreno und Lewandowski für Aufregung: Der Mexikaner zupfte den polnischen Kapitän zu intensiv und grätschte ihn auch noch zu Boden.

Auch Lewandowski arbeitete mit seinen Händen, nach Ansicht der Videobilder entschied der australische Schiedsrichter Chris Beath auf Strafstoß. Diesen vergab der sonst so sichere Elfmeterschütze Lewandowski, die mexikanischen Fans im Stadion jubelten frenetisch. Wenig später parierte Szczesny einen Kopfball von Henry Martin (64.). In der Schlussphase war Mexiko weiter das gefährlichere Team, ein Tor wollte aber nicht mehr gelingen. (apa)