Serbien und Kamerun sind bei der Fußball-WM in Katar weiter sieglos. Die beiden Teams trennten sich am Montag im Al Janoub Stadium von Al Wakrah in einer packenden Partie mit 3:3. Die Serben machten zuerst auch dank eines Treffers von Salzburg-Verteidiger Strahinja Pavlovic einen 0:1-Rückstand wett, gaben nach der Pause aber noch eine 3:1-Führung aus der Hand. Im Aufstiegsrennen der Gruppe G ist die Ausgangsposition für beide bei nur einem Punkt somit nicht die beste. Um 17 Uhr treffen noch die beiden Auftaktsieger Brasilien und die Schweiz aufeinander.

Jean-Charles Castelletto (29.) brachte die zum Auftakt der Schweiz knapp mit 0:1 unterlegenen Kameruner in Führung. Dank einem Furioso kurz vor der Pause zogen die Serben aber durch einen Kopfball von Pavlovic (45+1.) und einen Treffer von Sergej Milinkovic-Savic (45+3.) voran. Gleich nach Wiederbeginn machte Aleksandar Mitrovic (53.) vermeintlich den Sack zu.

Die von Dragan Stojkovic gecoachten Europäer hatten die Rechnung aber ohne Vincent Aboubakar gemacht, der Joker traf zuerst via sehenswertem Heber (63.) und legte dann noch ideal für Eric Maxim Choupo-Moting (66.) auf. Pavlovic war da jeweils nicht mehr auf dem Platz, er hatte in der 56. Minute angeschlagen ausgetauscht werden müssen. Die Serben bekommen es zum Abschluss am Freitag noch mit der Schweiz zu tun, Kamerun mit Titelkandidat Brasilien.

Bei Kamerun gab es vor Anpfiff eine große Überraschung. Tormann Andre Onana stand nicht im Kader. Kamerunische Medien berichten von "disziplinären Gründen". Hintergrund sollen anhaltende Diskussionen des Stargoalies von Inter Mailand mit Teamchef Rigobert Song sein. Dieser hätte laut dem italienischen Fußball-Journalisten Fabrizio Romano einen "traditionelleren" Torhüter-Stil gefordert. Onana ist dafür bekannt, das Spiel von sehr weit außerhalb seines Gehäuses mitzugestalten. Das wollte der 26-Jährige offenbar weiterhin tun.

Dessen auf Klub-Ebene in Saudi-Arabien tätiger Ersatzmann Devis Epassy wäre beinahe in der 11. Minute schon geschlagen gewesen, da rettete aber die Stange bei einem Mitrovic-Abschluss aus spitzem Winkel. Mitrovic war es auch, der die zweite serbische Chance vergab (17.). Kamerun hielt aber gut dagegen und der aktive Pierre Kunde prüfte Serbiens Vanja Milinkovic-Savic erstmals (20.). Neun Minuten später musste der serbische Schlussmann erstmals hinter sich greifen. Eine Kunde-Ecke verlängerte Nkoulou zu Castelletto, der am langen Eck direkt vollendete.

Kunde verabsäumte es, bei einer Doppelchance (43.) nachzulegen. Das rächte sich noch vor dem Pausenpfiff. Zuerst war der wenig bedrängte Pavlovic nach gefühlvoller Tadic-Freistoßflanke per Kopf erfolgreich, dann bezwang Milinkovic-Savic Kameruns Goalie mit einem allerdings alles andere als unhaltbaren Flachschuss ins Eck. Die Serben nahmen den Schwung in die zweite Hälfte mit und erhöhten nach herrlicher Kombination, an der die gesamte Offensivabteilung beteiligt war. Am Ende war es Mitrovic, der den Ball nach Zivkovic-Zuspiel ins Tor beförderte.

Der Stürmer hat nun siebenmal in den jüngsten sechs Länderspielen getroffen. Zu dem Zeitpunkt schien alles angerichtet für einen klaren Erfolg der zum Auftakt Brasilien mit 0:2 unterlegenen Serben, doch Kamerun kam dank Wechselspieler Aboubakar noch einmal zurück. Ein sehenswerter Heber-Treffer des Stürmers aus dem Stand wurde zuerst wegen Abseits aberkannt, dann vom VAR aber gegeben. Drei Minuten später bediente der Akteur von Al-Nassr ideal Choupo-Moting, der keine Mühe hatte zu vollenden.

Bei beiden Aktionen hatte Serbiens Rechtsverteidiger Nikola Milenkovic geschlafen, jeweils das Abseits knapp aufgehoben. Danach drängten beide Teams noch auf den Sieg, der aber nicht mehr gelang. Damit hat Kamerun weiter nur eine der letzten 17 WM-Partien gewinnen können.