Für Zahlenfreaks war die Tabellenkonstellation vor dem letzten Spieltag in Gruppe A ein kleiner Leckerbissen. Schließlich gab es die Chance, dass erstmals bei einer WM-Endrunde das Los über Aufstieg oder Ausstieg entscheidet. (In den bisherigen Fällen - letztmals 1990 - wurde nur um die Aufstiegsränge gelost.) Allerdings hätte die Glücksfee nur dann über Platz zwei oder drei geurteilt, wenn die Niederlande gegen Katar mit dem selben Ergebnis verloren hätten wie Ecuador gegen den Senegal - und dann die Oranje wie die Südamerikaner auch in der letzten Instanz, der Fairplaywertung, die selbe Anzahl an Minuspunkten aus gelben und roten Karten gehabt hätten. Zu dieser ohnedies nicht sehr realistischen Konstellation kam es dann jedenfalls nicht - Holland als Gruppensieger und Senegal als -zweiter schafften den Einzug ins Achtelfinale am Wochenende.

Dem Europameister von 1988 reichte im al-Bayt-Stadion ein glanzloser 2:0-Sieg zum sicheren Weiterkommen - Katar ist damit der schlechteste WM-Gastgeber aller Zeiten mit drei Niederlagen und nur einem geschossenen Tor. Hitziger zu ging es indes im Khalifa-International-Stadion, wo der Afrikameister Senegal am Dienstag einen Sieg benötigte, um noch an La Tri vorbeizuziehen.

Cody Gakpo trifft erneut (zum 1:0) für Oranje. 
- © reuters /Albert Gea

Cody Gakpo trifft erneut (zum 1:0) für Oranje.

- © reuters /Albert Gea

Die robust auftretenden Senegalesen hatten dabei den besseren Start - mit zwei gute Einschussmöglichkeiten in den ersten zehn Minuten, jeweils knapp am Tor vorbei. Die defensiv eingestellte Elf von Gustavo Alfaro konnte den ersten Schwung der Afrikaner allerdings abfangen, ehe (wieder einmal bei dieser WM) ein Penalty für die Führung sorgte: Ismaila Sarr verwertete einen Foulelfmeter trocken zum 1:0 für den Senegal (44.). Ecuador brauchte damit nach der Pause zwingend einen Treffer, um wie 2006 die Gruppenphase zu überstehen. Und aus dem Nichts fiel in der 67. Minute der Ausgleich - nach einem Corner drückte Moises Caicedo das Leder aus zwei Metern über die Linie. Doch praktisch im Gegenzug schlugen die Teranga-Löwen zurück - Kalidou Koulibaly war nach einem Freistoß zur Stelle (70.). Die Entscheidung. Senegal steht damit bei der erst dritten WM-Teilnahme zum zweiten Mal im Achtelfinale.