Red Bull Salzburg war auch in diesem Winter umsatzstärkster heimischer Händler auf dem Transfermarkt. Der Meister tätigte mit dem Verkauf von Max Wöber und dem Kauf von Oscar Gloukh die teuersten Wechsel in der am Montag zu Ende gegangenen Transferzeit der österreichischen Fußball-Bundesliga. Austria Wien und TSV Hartberg nutzten die Winterpause für Trainerwechsel, gleich vier Klubs holten neue Torhüter.

Gefragt war in der dreimonatigen Winterpause vor allem die Jugend, bestes Beispiel ist Gloukh. Salzburg überwies für den 18-Jährigen, der im November im israelischen Nationalteam debütiert hat, laut Medienberichten sieben Millionen Euro an Maccabi Tel Aviv. Er soll der nächste in der langen Liste an internationalen Talenten sein, die in Salzburg reifen und dann mit Millionengewinn in europäische Topligen verkauft werden. So wie ÖFB-Innenverteidiger Wöber, den der Tabellenführer um kolportierte 20 Millionen Euro zu Leeds United in die englische Premier League ziehen ließ. Der rot-weiß-rote Serienmeister gab außerdem weitere sechs Spieler ins Ausland sowie Ousmane Diakite an Hartberg ab, allesamt nur Ergänzungsspieler. Von ihren Leihen vorzeitig zurückbeordert wurden Amankwah Forson (Altach) und Daouda Guindo (St. Gallen), von Eintracht Frankfurt wurde Innenverteidiger Jerome Onguene leihweise zurückgeholt.

Sturm Graz wiederum angelte sich Bryan Teixeira, den besten Torschützen von Ligakonkurrent Austria Lustenau, und geht so wie Altach, Ried und Hartberg mit einem neuen Torhüter ins Frühjahr. Der Vizemeister plant nicht mehr mit dem langjährigen Stammtorhüter Jörg Siebenhandl und holte den 21-jährigen Engländer Arthur Okonkwo. Der 1,99 Meter große Schlussmann wurde bis Sommer von Premier-League-Tabellenführer Arsenal ausgeliehen, soll aber noch ein weiteres Jahr in Graz bleiben.

Trainer sorgen für Schlagzeilen

In Hartberg überraschte Kapitän Rene Swete Mitte Jänner mit seinem Karriereende. Die Oststeirer setzen im Tor nun auf den vormaligen Ersatzkeeper Raphael Sallinger, Druck soll Ex-U21-Teamtorhüter Fabian Ehmann machen, der vorerst bis Saisonende vom SV Horn kam. Ried reagierte auf die längerfristige Verletzung von Samuel Sahin-Radlinger und verstärkte sich mit dem monatelang vereinslos gewesenen Ex-Rapidler Richard Strebinger. Vorerst dürfte deshalb Jonas Wendlinger das Gehäuse hüten. Altach sicherte sich die Dienste des dänische U21-Teamtorhüters Andreas Jungdal, der leihweise mit Kaufoption von AC Milan kam. Die Verfolger von Red Bull Salzburg und Sturm haben ihre Kader minimal umgebaut. Der LASK bediente sich bei Slavia Prag und lieh sich Flügelspieler Moses Usor und Mittelfeldmann Maksym Talowijerow aus. Bei Rapid soll der von Bologna ausgeliehene Niederländer Denso Kasius die durch die Verletzungen von Martin Koscelnik und Thorsten Schick entstandenen Probleme in der rechten Abwehr beheben.

Die Wiener Austria und der TSV Hartberg wurden nicht nur am Spielermarkt aktiv. Die um den Einzug in die Meistergruppe kämpfende Austria vollzog die nicht unumstrittene Trennung von Manfred Schmid und ersetzte ihn durch den Deutschen Michael Wimmer, der im Herbst interimistischer Cheftrainer beim VfB Stuttgart war. Zudem holten die Wiener mit Linksverteidiger Doron Leidner einen jungen israelischen Teamspieler bis Saisonende. In Hartberg musste hingegen Klaus Schmidt gehen, der TSV holte als dessen Nachfolger Markus Schopp zurück. Der langjährige Sturm- und Nationalteamspieler hatte die Steirer schon von 2018 bis 2021 erfolgreich betreut und soll das Schlusslicht vor dem Abstieg bewahren.(apa/red.)