"Ich bin ein Mann der rechten Seite", sagte er da. "Ich teile gewisse Werte des Faschismus: Vaterland, Gesellschaftsordnung, Respekt gegenüber der katholischen Religion." Er relativierte seine Aussagen zwar - "Ich verwerfe seine Fehler: Die Allianz mit Hitler und den Einzug in den Krieg." -, stellte aber klar, dass er "die Fähigkeit des Faschismus, den Bürgern Ordnung und Sicherheit zu garantieren" bewundere.

Er ist mit seinen extremistischen Ausfällen in guter Gesellschaft italienischer Kicker. Kürzlich hatte Alberto Aquilani, Mittelfeldspieler bei AS Roma zugegeben, ein Foto von Benito Mussolini zu besitzen. Paolo di Canio pflegte als Kapitän von Lazio Rom, seine Tore vor der Fankurve mit dem Faschistengruß zu feiern. Und Gianluigi Buffon, Tormann von Juventus Turin und des Nationalteams, kommt wegen angeblicher rechtsextremistischer Sympathien immer wieder unter Beschuss. Während seiner Zeit beim AC Parma, zeigte er ein T-Shirt mit dem faschistischen Spruch "Gehenkt sei, wer aufgibt."

Außerdem wollte er dort mit der Rückennummer 88 spielen, die Zahl ist ein Symbol der Neonazis. Buffon gab sich unwissend. "Die 88 habe ich genommen, weil sie vier Eier hat. Und beim Fußball braucht man Eier", lautete sinngemäß seine Erklärung.

Die Vermischung von Politik und Fußball ist aber nicht nur bei den Spielern beliebt, auch die italienischen Fans bekunden gerne ihre politische Gesinnung. Während manche Ultrà-Gruppierungen - im Übrigen auch die meisten österreichischen - sich als dezidiert unpolitisch bezeichnen, kokettieren andere offen mit links oder rechts.

Vor allem letztere Gruppen sind in den vergangenen Jahren in Italien im Vormarsch. Traditionell rechts sind die Ultras von Lazio, in den vergangenen Jahren sorgten sie unter anderem mit Hakenkreuz-Fahnen im Sektor in negativer Hinsicht für Aufsehen. Ihnen werden enge Verbindungen zu rechtsextremen politischen Gruppen nachgesagt. Der Klub steht dem hilflos bis gleichgültig gegenüber, ist eher mit seinen finanziellen Problemen beschäftigt.

Kommunisten in Livorno

Die Fans vom Stadtrivalen AS Roma wechselten im letzten Jahrzehnt die Gesinnung. Die vormals links dominierte Kurve kokettiert heute ebenfalls mit faschistischen Symbolen. In ganz Italien ist in den politischen Fankurven überhaupt ein Trend von links nach rechts spürbar, auch beim AC Milan, dem Klub von Abbiati, wurde aus einer eher linken Anhängerschaft nicht zuletzt in der Klub-Präsidentschaft von Silvio Berlusconi ein eher rechtes Publikum.

Nur in Livorno ist davon nichts zu spüren, in der kommunistisch dominierten Hafenstadt ist im Fußballstadion immer wieder Josef Stalins Konterfei auf Fahnen zu sehen. Der ehemalige Publikumsliebling Christian Lucarelli bejubelte seine Tore mit dem Kommunistengruß.