• vom 28.02.2008, 17:49 Uhr

Fußball


Fußball: Mit viel Geld werden Trainer in die Golfregion gelockt, die Geduld mit ihnen ist aber nur gering

Wenn der Mittlere Osten lockt




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  • Irak feuert Trainer nach drei Partien.
  • Verlockungen sind monetärer Natur.
  • Wien. (sir/reu) Wer als Trainer ein Angebot im Mittleren Osten annimmt, sollte keine allzu langfristigen Pläne machen. Sieht man einmal von Wien-Favoriten und der Austria Wien ab, sind dort wohl die Posten am unsichersten. Die Ungeduld ist so groß wie kaum anderswo, und kein Trainer bekannt genug für vorzeitige Verabschiebungen.

Erst diese Woche hat Egil Olsen, der norwegische Teamchef des Iraks den Weisel bekommen. Er hatte die Mannschaft erst im Oktober des Vorjahres übernommen, das erste Pflichtspiel in der Asien-Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2010 hat der Irak, immerhin amtierender Asien-Cup-Sieger, gegen China nur mit einem 1:1 beendet. Das war nicht genug, um weiterarbeiten zu dürfen.


Als Grund für den Rausschmiss gaben die Verbands-Offiziellen an, Olsen hätte sich geweigert, das Team im Irak zu trainieren. Informiert haben sie den Norweger allerdings bisher nicht, er hat es lediglich aus der Zeitung erfahren. "Ich denke, es ist wahr, aber niemand hat mit mir gesprochen", sagte der 65-Jährige.

Hohe Gehälter
Finanziell freilich wird es sich für Olsen wohl aus gezahlt haben. Das Schmerzensgeld für Trainer ist in dieser Region, besonders in den Emiraten, besonders hoch. Im Kampf um eine WM-Endrunden-Teilnahme haben sich die meist steinreichen Verbandschefs um viel Geld Know-how aus dem Ausland besorgt, allerdings wenig Gnade gezeigt, wenn der Erfolg nicht sofort da war.

Der Brasilianer Helio dos Anjos ist dem Ruf des Geldes erlegen. Er ist nun der 18. Trainer von Saudi-Arabien seit 1994, wenn er die Qualifikation zur WM nicht schafft, wird er Teamchef gewesen sein. Doch selbst Erfolg schützt nicht immer vor Rausschmiss. Italiens Antonio Cabrini, als Spieler Weltmeister 1982, führte Syrien überraschend bis in die Gruppenphase der WM-Qualifikation, erhielt dann aber die Kündigung. Offizieller Grund: Ein Sponsor wollte sein Gehalt nicht mehr zahlen.

Unmittelbar davor hatte der Argentinier Gabriel Calderon, ebenfalls ein Weltmeister als Spieler, seinen Posten beim Oman verloren. Sein Vorgänger war der Tscheche Milan Macala, der nun die Nationalelf Bahrains trainiert. Dort hatte vor zehn Jahren auch Josef Hickersberger ein kurzes Gastspiel.

Auf Klubebene sieht es nicht viel anders aus. In der nationalen Liga der Vereinigten Arabischen Emirate sind in dieser Saison bereits neun ausländische Trainer entlassen worden. Der jüngste Rausschmiss betraf den Niederländer Jo Bonfrere, der nur drei Monate bei Al Wahda sein Amt innehatte. "Ich war überrascht, dass das Ende meiner Aufgabe so früh kam", meinte er. "Ich hatte Pläne."



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Dokument erstellt am 2008-02-28 17:49:50
Letzte Änderung am 2008-02-28 17:49:00

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