Wien/Salzburg. (dd) Eine hochspannende Angelegenheit dürfte es nicht gerade werden. Zu deutlich sind bereits die Ausgangspositionen für Austria Wien und Red Bull Salzburg in den Zweitrundenrückspielen der Europa-League-Qualifikation. Am Donnerstag (21.05 Uhr, live ORF eins) empfängt die Austria in Favoriten den montenegrinischen Cupsieger Rudar Pljevlja, das Match dürfte nach dem klaren 3:0-Auswärtssieg im Hinspiel nur noch Formsache sein.

Auch für Salzburg, das bereits mit einem 4:1-Erfolg gegen den lettischen Klub Liepajas Metalurgs in der Vorwoche den Grundstein für den Aufstieg gelegt hat, ist die Partie am Donnerstag (19 Uhr, live ORF eins) eine reine Pflichtübung.

So ein lockeres Europa-League-Spiel hat aber auch sein Gutes. Denn Austria-Coach Karl Daxbacher hat bereits angekündigt, nach der kräfteraubenden 0:2-Auswärtspleite gegen Salzburg am Sonntag und im Angesicht des schwierigen Heimspiels am kommenden Samstag gegen die SV Ried Umstellungen in seiner Startelf vorzunehmen. Einige Spieler werden geschont, im Gegenzug sollen "ein paar Neue" gegen den klaren Außenseiter Rudar Matchpraxis sammeln.

Austria mit Grünwald

Konkret handelt es sich dabei um Neuzugang Alexander Grünwald von Wiener Neustadt, der nach seinem Bänderriss im Knöchel wieder fit ist. Auch Verteidiger Georg Margreitter, der gegen Salzburg noch wegen eines Infekts fehlte, könnte mit von der Partie sein. Dazu sind Mittelfeldspieler Alexander Gorgon und Stürmer Tomas Jun Optionen für die Startelf. Verzichten muss Daxbacher hingegen auf Emin Dilaver, der am Donnerstag in den U20-Teamkader für die WM in Kolumbien einrückt.

Daxbacher will die Montenegriner nicht unterschätzen, denn "das wäre fatal. Wir wollen eine gute Leistung zeigen und gewinnen", sagt Daxbacher. Ein Sieg wäre auch im Hinblick auf die Fünfjahreswertung der Uefa ganz nützlich, in der Österreich den 15. Platz anpeilt. Der wäre gleichbedeutend mit einem weiteren Qualifikationsplatz in der Champions League und dem somit bereits fünften internationalen Startplatz - in diesem Falle wäre die halbe österreichische Liga in Europa vertreten.

Wie die Austria wird auch Salzburg für das Spiel gegen die Letten aus Liepaja rotieren, dies aber hauptsächlich wegen Personalproblemen. Mittelfeldspieler Christoph Leitgeb dürfte wegen einer Erkrankung ebenso fehlen wie Abwehrmann Martin Hinteregger, der sich gegen die Austria eine Oberschenkelzerrung zugezogen hat.

Trainer Ricardo Moniz muss auch auf die Verletzten Franz Schiemer, David Mendes und Douglas verzichten, dazu verabschieden sich die Jungbullen Marco Meilinger, Daniel Offenbacher und Georg Teigl zum U20-Team. So dürften die Neuzugänge, Innenverteidiger Chema Anton sowie Offensivmann Leonardo, von Beginn an spielen, auch Stürmer Roman Wallner ist eine Option.

Salzburger in Form

Die Salzburger, die trotz zweier starker Auftritte "nicht überheblich" werden wollen, sind gegen die Letten klarer Favorit, der Sieg dürfte wohl nur eine Frage der Höhe sein. Nach dem souveränen Triumph gegen die Austria am Wochenende sieht Trainer Moniz sein Team aber erst bei "80 Prozent", das klingt für die Konkurrenz in Europa und in Österreich wie eine gefährliche Drohung.

Sollten die Austria und Salzburg ihre Hürden am Donnerstag wie erwartet aus dem Weg räumen, warten in der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League schlagbare Gegner. Die Austria würde auf den slowenischen Klub Olimpija Ljubjana treffen, Salzburg bekäme es mit dem slowakischen Verein FK Senica zu tun.