Wien/Salzburg. Glücklich, wer in der Lage ist, in Europacup-Rückspielen nach Herzenslust experimentieren zu können. Diesen Luxus hatten am Donnerstagabend in der zweiten Runde der Europa-League-Qualifikation sowohl die Austria als auch Salzburg. Während die Violetten mit einem 2:0-Sieg gegen Rudar Pljevlja Selbstvertrauen sammelte, blamierte sich Salzburg mit einem 0:0 gegen Liepajas Metalurgs. Genossen werden es beide haben, schließlich finden sich österreichische Klubs oft genug in der ernüchternden Lage gegen eine Experimentformation chancenlos zu sein.

Austria-Trainer Karl Daxbacher verhalf gegen Rudar Pljevlja Neuzugang Alexander Grünwald zu seinem Pflichtspieldebüt, auch Fabian Koch durfte erstmals in dieser Saison mitmachen, Kapitän Roland Linz bekam eine Pause. Die veränderte Austria-Elf presste die Montenegriner in die eigene Hälfte, vor allem Zlatko Junuzovic tat sich auf der linken Seite wesentlich leichter als gegen Salzburg. Das funktionierte allerdings nur eine Viertelstunde wirklich gut.

In der Folge verpuffte das Kombinationsspiel der Austria meist zu früh. Kurz vor der Pause gelang dann endlich das, was die Austrianer schon den Großteil des Spiels versuchten: Sie trugen den Ball förmlich ins Tor. Über vier Stationen - drei davon im Strafraum - kam der Ball zu Nacer Barazite, der aus kurzer Distanz zum 1:0 (44.) traf. Damit hatte das Spiel endgültig Testspielcharakter, Daxbacher gab noch weiteren Perspektivspielern Spielpraxis. Tomaš Jun erzielte per Weitschuss in der 75. Minute den 2:0-Endstand. In der dritten Qualifikationsrunde trifft die Austria nun auf Olimpija Ljubljana.

Die Salzburger erfüllten nicht einmal die Mindestanforderung, eine an sieben Positionen gegenüber dem Bundesliga-Auftaktsieg gegen die Austria veränderte Mannschaft blamierte sich gegen Liepajas Metalurgs zuhause mit 0:0. Chancen auf einen Sieg wären vorhanden gewesen, Roman Wallner vergab aber zumeist.