Graz. Sturm-Graz-Trainer Franco Foda hat in Zukunft wieder mehr Zeit, sich um das sportliche Wohlergehen seiner Mannschaft zu kümmern. Das wird den Grazern sicher nicht schaden, denn nach zwei Unentschieden zum Bundesliga-Auftakt, war auch das 1:1 in der Champions-League-Qualifikation beim georgischen Meister Sestaponi kein spielerisches Ruhmesblatt. In der Vorbereitung auf den nächsten Auftritt des Meisters am Samstag (18.30 Uhr) im Steirerderby bei Kapfenberg ist Foda aber bereits entlastet.

Denn Hans Lang hat am Mittwoch nach der Rückkehr von der Europacup-Reise in Tiflis seine Arbeit als neuer Sportkoordinator von Sturm aufgenommen. Seit Beginn der Vorbereitung war Foda interimistisch auch Sportdirektor, also auch für die Verpflichtung von Spielern und strategische Entscheidungen zuständig - diese Doppelbelastung fällt nun weg. Dennoch geht die Neuorganisation mit einem Kompetenzzuwachs für Foda einher.

Denn Lang soll dem Deutschen lediglich die administrative Arbeit abnehmen und Ansprechpartner für alle Ebenen des Vereins sein, die Entscheidungen wird weiterhin Foda treffen. Er wird damit quasi ein Trainer-Manager nach englischem Vorbild, der auch für strategische Fragen zuständig ist. "Bezüglich vertraglicher Dinge wird sicher Franco Foda den Kontakt herstellen, und was dann im administrativen Bereich ist, werde ich vervollständigen", erklärt Lang. Da könnte es für Lang bald Arbeit geben, gelingt der Aufstieg in die nächste Qualifikationsrunde, wird Sturm wohl noch einmal am Transfermarkt aktiv werden. Der 57-Jährige kennt den Verein sehr gut, war er doch bereits bis 2007 insgesamt 17 Jahre für Sturm tätig - als Jugend-, BNZ- und Akademieleiter sowie am Ende als Teammanager und Sportdirektor. "In den letzten neun Jahren meiner Sturm-Tätigkeit habe ich mit Franco Foda schon in allen Bereichen sehr gut zusammengearbeitet", sagt Lang.

Foda ist vor allem über die Entlastung erleichtert. "Im Fußball-Business kann nicht einer alleine alles bewerkstelligen, deshalb bin ich froh, dass das passiert ist", sagt er. "Ich bin ein Teamplayer, ich kenne ihn, wir arbeiten gerne zusammen."

Ein Mentor für Talente

Die Unterstützung des Cheftrainers ist aber nur eines von vielen Aufgabengebieten von Lang, der sich als Drehscheibe und Ansprechpartner für alle Ebenen des Clubs, von den Profis bis zur Jugend, sieht. "Es ist meine Aufgabe, alle Probleme, Wünsche, Beschwerden zu bündeln", sagt der Steirer.

Da sich Sturm als Ausbildungsverein sieht, ist eine Hauptaufgabe auch die Ausweitung des regionalen und nationalen Scouting-Systems. Dass Lang ein gutes Auge für Talente hat, bewies er, indem er Spieler wie Goalie Christian Gratzei, Christoph Leitgeb oder Sebastian Prödl zu Sturm holte. Leitgeb und Prödl brachten Sturm mit ihren Transfers zu Salzburg beziehungsweise Werder Bremen bereits ansehnliche Transfereinnahmen ein. "Wenn der Cheftrainer sagt, dass er den einen oder anderen Spieler braucht, um gerüstet zu sein, ist mein Standpunkt, die eigenen Talente in die Kampfmannschaft zu bringen", erläutert Lang.

Zuletzt war Lang ausgerechnet beim Grazer Stadtrivalen GAK als Sportdirektor tätig. "Ich habe diesbezüglich kein Problem", sagt er. Übrigens auch nicht im Wechsel von einem Klub der Regionalliga Mitte zum Meister. "Bei Sturm Graz ist es natürlich umfangreicher, aber im Grunde genommen bleiben die Aufgabengebiete gleich", erklärt Lang. "Ich weiß wie Sturm funktioniert, verstehe die Philosophie. Ich bin der Meinung, dass so ein Mann dem Verein länger erhalten bleiben soll", meint Lang. Auch Präsident Gerald Stockenhuber war froh, dass die langwierige Nachfolgesuche ein Ende hat. "Wir haben einen kompetenten Mann gefunden, ziehen alle an einem Strang", sagt der Sturm-Chef.