Salzburg/Ljubljana. (sir) Ob Drübergewurstelt, Weitergenudelt oder mit Gegurke aufgestiegen: Hauptsache der Europa League einen Schritt näher. Salzburg und Austria schufen sich in den Hinspielen der dritten Qualifikationsrunde gute Ausgangspositionen für die Rückspiele in einer Woche. Salzburg durch ein hart erkämpftes 1:0 gegen Senica aus der Slowakei, die Austria durch ein 1:1-Remis bei Olimpija Ljubljana.

Aus Gründen der guten Abendunterhaltung musste man die beiden Partien nicht besuchen, doch das ist man von den Qualifikationspartien gewohnt. Die Saison ist noch jung, die Ensembles nicht wirklich eingespielt, und die Stärke der Mannschaften - ja, auch der österreichischen Vertreter - reicht meist nicht aus, um 90 Minuten lang wirklich Vergnügliches zu bieten.

Vor allem der FK Senica erwies sich als Kostverächter des guten Fußballs, mauerte sich im mit 5900 Zuschauern schwach besuchten Salzburger Stadion ein, verweigerte konsequent jegliche Angriffe und hoffte inständig auf ein torloses Remis.

Salzburg tat sich verständlicher Weise schwer, zu Chancen zu kommen. Gefühlt warteten stets um die 80 Mann am gegnerischen Strafraum, ein einziges Mal aber schauten sie verlegen zu, wie Neuerwerbung Leonardo Kopf voran durch die Mauer brauste, fünf Gegenspieler stehen ließ und den sich niederlegenden Torhüter überhob.

Dem 1:0 in der 74. Minute hätten noch zwei, drei weitere Tore folgen können, doch der ausgezeichnete Torhüter Petr Bolek wehrte alles ab, Alan hatte zudem vor dem Treffer aus 20 Metern das Lattenkreuz getroffen.

Das 1:0 ist zwar kein berühmtes Resultat, sollte aber für das Rückspiel reichen. Zu harmlos agierten die Slowaken, die erst seit zwei Jahren erstklassig sind. Und das schaffte der Klub auch nur, weil er die Lizenz des finanziell angeschlagenen Traditionsvereins Inter Bratislava übernehmen konnte. Europa wird auf Senica aber wohl nach warten müssen.

"Es ist kein hohes Resultat, aber ich bin frohen Mutes für das Rückspiel, weil Senica nicht so stark wie erwartet war, und im Rückspiel werden sie uns Räume geben müssen", sagte Simon Cziommer.

Austria wirkt überrascht

Auch die Austria ist in der komfortablen Lage, dem Gegner im Rückspiel die Spielgestaltung überlassen zu können. Durch das 1:1 in Ljubljana müssen die Slowenen in Wien entweder gewinnen oder mit zwei oder mehr geschossenen Toren remisieren.

Doch trotz des Vorteils des Heimspiels erscheint die Aufgabe für die Wiener schwieriger als jene für Salzburg. Denn Ljubljana, wo Ex-Austrianer Milenko Acimovic den Sportdirektor gibt, erwies sich als spielfreudig und offensiv. Im schmucken und mit 10.000 Fans gefüllten neuen Stadion waren die Gastgeber die bessere Mannschaft, wie auch Trainer Karl Daxbacher eingestehen musste: "Vom Spielverlauf war nicht mehr drinnen. Wir haben zwar wenige Chancen zugelassen, aber Olimpija war klar stärker."

Praktisch mit der ersten Chance waren die Austrianer durch Roland Linz in der 34. Minute in Führung gegangen, nach genau einer Stunde gelang den Slowenen durch Dare Vrsic der Ausgleich. Er war zwar einerseits hochverdient, allerdings ging dem Tor ein Foul an Florian Klein voran. Allerdings sollte ein Verteidiger seinen Körper härter einsetzen, als es Klein in dieser Szene getan hatte. "Einige waren überrascht, dass es international mit soviel Tempo und Härte zugeht", sagte Daxbacher.