Rio de Janeiro. Die Reaktionen der Medien waren euphorisch. Von "echtem Losglück" war zu lesen, von "eher leichteren Aufgaben" und von der "Pflicht", in dieser Gruppe C Platz eins zu belegen. Es waren die Reaktionen aus Deutschland auf die Qualifikations-Auslosung für die WM 2014 in Brasilien, in der Deutschland auf Schweden, Irland, die Färöer, Kasachstan und eben auf Österreich trifft.

Über Österreich freut man sich also, obwohl die Deutschen im Juni näher an einem Punkteverlust waren als in allen übrigen Partien in der laufenden EM-Qualifikation. Und auch die Schweden erwarten von Österreich "eher milden Widerstand", wie das "Aftonbladet" schreibt.

Aus österreichischer Sicht sieht Losglück anders aus, Platz eins scheint angesichts der zu erwartenden Stärke der Deutschen unerreichbar. Jogi Löw hat ein junges Team, das sich bis dahin nicht altersbedingt erneuern muss, zudem drängt bereits die nächste Generation um Marco Reus und André Schürrle in die Nationalmannschaft. "Es wird aller Voraussicht nach wieder ein Spiel um Platz zwei", sagt ÖFB-Präsident Leo Windtner.

Irland und Schweden auf Kurs zur EM 2012


Doch das dürfte schwer genug werden. Irland und Schweden haben in der laufenden Qualifikation noch alle Chancen, zumindest als Zweiter das Play-off zu erreichen. Den Iren reicht dazu wohl ein Heimsieg gegen die Slowakei, und die Schweden haben bisher nur einmal verloren (gegen Holland), sonst alle Partien souverän gewonnen.

Bei den Iren könnte aber bis zum Start der WM-Qualifikation in einem Jahr ein Umbruch passieren. Schlüsselspieler wie Damian Duff, Kevin Kilbane, Robbie Keane und Richard Dunne sind bereits jenseits der 30 Jahre. Erfolge auf Nachwuchsebene haben die Iren in den vergangenen Jahren nicht aufzuweisen. Und der Vorteil von einst, die englische Premier League vor der Haustüre zu haben, ist seit der Internationalisierung der Liga nicht mehr gegeben. Bis auf Darron Gibson von Manchester United verfügt Irland derzeit über keine Spieler bei englischen Top-Teams.

Die Schweden haben den Generationswechsel schon weitgehend hinter sich. Von jener U21-Mannschaft, die vor zwei Jahren bei der Heim-EM Rang vier erreichte, haben es sechs Spieler in den engeren Teamkader geschafft. Ein neuer Star, wie es Henrik Larsson war und der wankelmütige Zlatan Ibrahimovic nach wie vor ist, scheint derzeit aber nicht in Sicht.

Windtner fordert von Constantini Resultate


"Für uns gibt es keine leichte Gruppe", sagt Windtner, der den Druck auf Team und Teamführung erhöht: "Wir können nicht dauernd nur auf die Ergebnisse warten, wir müssen sie auch einmal machen." Gute Spiele, die dann aber mit Niederlagen enden, wie etwa das 1:2 gegen Deutschland, sind Windtner zu wenig. "Das Match war symptomatisch. Wir haben uns bestens dargestellt, aber das Resultat hat nicht gestimmt. Es wird eine zwingende Notwendigkeit sein, dass sich in Zukunft auch die Resultate dazugesellen", sagt der ÖFB-Präsident zur Austria Presse Agentur.

Er wird im Winter zu entscheiden haben, ob Didi Constantini das Team weiter betreuen wird. Die Tendenz geht eher in Richtung Teamchefwechsel. "Wenn wir in dieser - sagen wir, etwas abwechselnden - Linie weiterfahren, dann wird man offen ausdiskutieren müssen, was die vernünftigste Lösung ist."

Von Constantini fordert Windtner, "nicht im eigenen Saft zu braten", sondern sich fortzubilden. "Hat Constantini das bisher nicht gemacht?", fragt die APA. "Ich glaube, dass er in letzter Zeit verstärkt in diese Richtung tendiert", sagt Windtner. Zur Erinnerung: Constantini ist seit März 2009 Trainer der Nationalmannschaft. Er übernahm sie unmittelbar nach einer 0:2-Heimniederlage seines Vorgängers Karel Brückner. Der Gegner damals hieß übrigens Schweden.