Wien.

Die Liste ist schon lang. Und sie wird länger. Es ist die Liste jener Kicker, die Didi Constantini aus diversen, aber eben nicht rein sportlichen Gründen, nicht im Nationalteam sehen will, oder die von sich aus nicht mehr wollen. Stranzl, Manninger, Garics, Ivanschitz, Arnautovic, Ibertsberger, und jetzt eben auch Christoph Leitgeb. Der Salzburger wurde vom Teamchef nicht für das Test-Länderspiel gegen die Slowakei am 10. August in Klagenfurt nominiert, und er wird auch in Zukunft nicht mehr dabei sein. "Es gibt Spieler, die nicht zufrieden sind und nicht dabei sein wollen", sagt Constantini.

Bei einem Gespräch mit Leitgeb habe sich dieser über seine Nichtnominierung bei vergangenen Partien "nicht begeistert" gezeigt, "und das ist auch verständlich", erzählt Constantini. Trotzdem wird er auf Leitgeb verzichten.

Für das Länderspiel gegen den WM-Teilnehmer Slowakei, der die laufende EM-Qualifikationsgruppe B vor Russland und Irland anführt, hat Constantini im Vergleich zum letzten Kader so gut wie gar nichts verändert. Nur Salzburgs Jakob Jantscher kehrt nach längerer Pause zurück. Arnautovic sei "kein Thema", wie Constantini sagt. Der Teamchef ist sichtbar bemüht, den medialen Arnautovic-Festspielen keinen weiteren Zunder zu geben. "Er soll zur Ruhe kommen."

Kritik und Gegenkritik


Am 2. September biegt die EM-Qualifikation mit dem Auswärtsspiel in Deutschland auf die Zielgerade ein. Vier Tage später folgt das Heimmatch gegen die Türkei, im Oktober muss das Team dann nach Aserbaidschan und Kasachstan. Dass es auch der Abschluss der Ära Constantini sein wird, erscheint immer wahrscheinlicher. Die eh recht leise Kritik von ÖFB-Präsident Leo Windtner stieß bei Constantini auf Unverständnis.

"Ich habe immer über den Tellerrand hinausgeschaut", antwortet der Teamchef auf eine entsprechende Aussage Windtners in einem APA-Interview. Er sei mit dem ÖFB-Chef bei der Auslosung in Rio gewesen, "und dann liest man sowas. Das ist überflüssig und schlechter Stil", sagt er.

"Wenn der Präsident irgendwann kommt und sagt, dass es vorbei ist, werde ich das zur Kenntnis nehmen und ihm die Hand schütteln." Windtner hatte angekündigt, dass es bei einer Stabilisierung der zuletzt guten Leistungen keine Diskussionen über eine Vertragsverlängerung geben werde. Bei einem erneuten Rückfall gebe es "ebenfalls keine Diskussionen", und wenn es, wie bisher, ambivalent weitergehen sollte, müsse man sich zusammensetzen. Vermutlich zwecks Vertragsauflösung. Die Partie gegen die Slowakei dürfte daher vor allem für Constantini zukunftsweisend sein.