Barranquilla.

Warten auf das Duell mit dem Rekordweltmeister: Österreichs U20-Auswahl verlor das prestigeträchtige Aufeinandertreffen mit Brasilien 0:3. - © FIFA via Getty Images
Warten auf das Duell mit dem Rekordweltmeister: Österreichs U20-Auswahl verlor das prestigeträchtige Aufeinandertreffen mit Brasilien 0:3. - © FIFA via Getty Images
(sir) Fußballspiele zwischen Österreich und Brasilien sind rare Angelegenheiten. Was natürlich in erster Linie damit zusammenhängt, dass auch WM-Teilnahmen für Österreich sehr rar sind. Und hätte die U20-Auswahl in Barranquilla gewonnen, wäre es ein bisher einzigartiges Ereignis gewesen. In acht Partien auf A-Team-Ebene gab es drei Remis und sonst nur Niederlagen. Bei der U17-WM 1997 unterlag die Auswahl mit Martin Stranzl und Paul Scharner gar 0:7.

Das 0:3 bot einen weiteren Beleg, dass die Brasilianer den Österreichern irgendwie nicht liegen. Vielleicht, weil sie einfach viel bessere Kicker sind. Beim zweiten Gruppenspiel hatte sich Teamchef Andreas Heraf trotz seiner Aversion gegen seinen Vorgänger Paul Gludovatz dessen Ried-Taktik (3-3-3-1) bedient.

Zwar gelang es, die Seleção damit kurz zu überraschen, doch ein Spiel dauert halt 90 Minuten. Die individuellen Unterschiede waren dann zu offenkundig, die Brasilianer nicht nur technisch besser, sondern auch beweglicher und im Kopf immer einen Gedanken voraus. "Wir haben gegen die vielleicht beste U20-Mannschaft der Welt gespielt", sagte Teamchef Heraf. Das Finale am 20. August wird diesen Befund bestätigen. Oder eben nicht. Zum Auftakt hatte Brasilien gegen Ägypten noch 1:1 gespielt, schwach dürften die Nordafrikaner also nicht sein.

Ägypten ist Österreichs letzter Gruppengegner am Donnerstag (3 Uhr/Nacht auf Freitag/MESZ), wobei Brasiliens Teamchef Ney Franco den Österreichern wenig Chancen einräumt. "Die Ägypter spielen wesentlich offensiver, sind physisch und technisch stärker als Österreich."

Am Montag hätte es wohl einer besonderen Mannschaftsleistung bedurft, um zu punkten. Zwar standen die Österreicher in der Defensive meistens gut, vor allem vor der Pause, doch meistens reicht eben nicht. Bei einer WM muss man immer perfekt stehen. Ein paar Mal zu oft waren die einzelnen Mannschaftsteile zu weit voneinander entfernt. Und genau diesen freien Raum nutzten die Brasilianer zu ihren drei Toren.

"In der zweiten Hälfte haben sie mit uns gemacht, was sie wollten", sagte Rieds Marcel Ziegl. Was in beiden Partien augenfällig war, ist die deutlich gestiegene Leistungsdichte bei den Österreichern im Vergleich zu Jugendauswahlen der 90er-Jahre. Andererseits stach bis auf Andreas Weimann, und der auch nur in Phasen, niemand so wirklich heraus.

Herthas Marco Djuricin ist verletzt, David Alaba und Raphael Holzhauser durften nicht fahren, und das große Talent Christoph Knasmüllner (Inter-Nachwuchs) dürfte derzeit völlig falsche Vorstellungen haben, wie eine Profilaufbahn einzuschlagen ist. Vielleicht wäre mit all diesen gegen Panama ein Sieg statt dem 0:0 gelungen. Doch Brasilien schien am Montag weiter entfernt, als es eine WM-Teilnahme des A-Teams ebendort im Jahr 2014 wäre. Es wäre wohl die nächste Gelegenheit auf ein bilaterales Treffen mit der Seleção.