Nyon. (sir/apa) Es ist schon viel Zufall dabei, wenn Brøndby trotz vier Toren im Heimspiel und gefühlten 30 Chancen gegen Ried ausscheidet. Und es ist auch ein Glück, wenn ein Schiedsrichter ein Elferfoul sieht, wo keines ist, wie bei Austrias 3:2-Erfolg gegen Ljubljana. Doch es kann weder Glück noch Zufall sein, wenn sämtliche österreichischen Europacup-Starter zum dritten Mal hintereinander das Play-off zu den Gruppenphasen erreichen.

Österreich hat den 15. Platz in der Fünfjahreswertung, der ab der Saison 2013/14 zu zwei Plätzen in der Champions League berechtigen würde, mit diesem Ergebnis abgesichert. Kein anderes Land hat in der Qualifikation bisher mehr Punkte für diese Wertung gesammelt.

Und es ist anzunehmen, dass weitere Punkte dazukommen werden, da Sturm ja bereits fix für eine Gruppenphase qualifiziert ist. Die letzte Hürde auf dem Weg in die Champions League ist Bate Borisow, der zum weißrussischen Serienmeister avancierte Klub aus der Nähe von Minsk.

In Anatoli Kapski verfügt Bate zwar über einen finanziell sehr potenten Präsidenten, doch im Gegensatz zu manch russischem Klub hat es Bate auch ohne größere Investitionen zu beachtlichen internationalen Erfolgen in den vergangenen Jahren geschafft.

Vor drei Jahren erreichte der Klub die Champions League, wo man Juventus immerhin zwei Remis abnötigte, danach war Bate zweimal in der Gruppenphase der Europa League und schafft im Vorjahr sogar den Aufstieg. Nur aufgrund der Auswärtstorregel schied man in der ersten K.o.-Runde gegen Paris Saint Germain aus.

Spielmacher gesperrt

Die ersten Erfolge hatten zwar den Abgang einiger Talente zur Folge, doch von der letztjährigen Mannschaft konnte Bate alle wichtigen Spieler behalten. Auch den gebürtigen Brasilianer Renan Bressan, der allerdings im Hinspiel am 16. August in Weißrussland gesperrt ist. Das Rückspiel erfolgt am 24. August.

Im Play-off zur Europa League zog die SV Ried in PSV Eindhoven das schwierigste Los. Doch das war auch zu erwarten, da Salzburg und Austria bei der Auslosung gesetzt waren. Doch leicht wird es für die anderen auch nicht. Salzburgs Gegner Omonia Nikosia hat immerhin den niederländischen Vertreter Den Haag souverän eliminiert. Und Gaz Metan Medias aus Rumänien hat sich in der Qualifikation gegen Mainz durchgesetzt, wenn auch erst im Elferschießen. Allen österreichischen Teams wurde das Heimrecht für das Rückspiel zugelost, allerdings könnte es noch zu Tauschhandeln kommen. Sturm wird das nicht tun. "Es ist ein Vorteil, dass wir das Rückspiel zu Hause haben", sagt Trainer Franco Foda.

Die Wiener Austria ist zu einem Tausch gezwungen, da Gaz Metan Medias in ein anderes Stadion ausweichen muss, dieses am 18. August aber schon von Steaua Bukarest besetzt ist.

Salzburg-Trainer Ricardo Moniz zeigte sich "nicht unglücklich" über die Auslosung, schließlich konnte der Vize-Meister im Vorjahr Nikosia aus dem Bewerb werfen. "Es hätte schwieriger kommen können", sagt Moniz, der das 1:1 auswärts und das 4:1 daheim als Assistent von Huub Stevens miterlebte.

"Sind narrische Typen"

Die Austria wird unzufriedener sein. Medias ist ein völlig unbeschriebenes Blatt, nicht gerade attraktiv, aber offensichtlich sehr gefährlich. Der Sieg gegen Mainz bedeutete das erste Ausscheiden einer deutschen Mannschaft in der Qualifikation zur Europa League. Dennoch scheint ein Weiterkommen gegen den mit vielen Legionären spielenden Klub aus Rumänien möglich.

Ein Erfolg von Ried käme dagegen einem Wunder gleich. "Wir sind narrische Typen und werden uns narrisch gut verkaufen", sagte Trainer Paul Gludovatz. "Hier spielt jetzt wirklich der Zwerg gegen den Riesen. Aber das ist besonders reizvoll", ergänzte Manager Stefan Reiter. Die Rieder werden die Partie in jedem Fall im Innviertel austragen.