Graz. Sturm Graz konnte die Champions-League-Millionen schon riechen. Das Liebenauer Stadion war für das Play-off-Rückspiel gegen Bate Borisow schon für die Königsklasse im europäischen Klubfußball herausgeputzt, die Ausgangslage war nach einem 1:1 im Hinspiel recht gut. Doch die Grazer konnten die große Chance auf ihre erste Champions-League-Teilnahme seit über zehn Jahren nicht nutzen, verloren das Rückspiel mit 0:2 und verbringen den Herbst im internationalen Fußball in der Europa League.

Genauso wie im Hinspiel wollte Sturm-Trainer Franco Foda seine Mannschaft auftreten sehen. Davon war zunächst aber relativ wenig zu sehen. Die Mittelfeldreihe der Grazer stand wesentlich tiefer als noch vor einer Woche in Minsk und ließ bei den Weißrussen dadurch einen geordneteren Spielaufbau zu. Zwar zeigte sich Borisow in der Defensive wieder fehlerhaft, die wenigen Chancen, die dadurch entstanden, konnte Sturm Graz, etwa durch Andreas Hölzl (9.), nicht nutzen.

Auch in den Zweikämpfen waren die Grazer wesentlich passiver als im Hinspiel, das rächte sich in der 36. Minute, als Alexander Wolodko ohne Widerstand durchs Mittelfeld spazieren konnte und aus gut 20 Metern zum 0:1 traf. Sturm brauchte eine Weile, um sich auf die neue Situation und die unbedingte Notwendigkeit zur Offensive einzustellen. Nach der Pause übernahmen die Schwarz-Weißen auch das Kommando und kamen zu Chancen, Imre Szabics (61.) und Andreas Hölzl (64.) vergaben aber.

In der 69. Minute waren die Champions-League-Träume der Grazer aber schließlich gänzlich ausgeträumt, wie im Hinspiel traf Marko Simic nach einem Freistoß von der rechten Seite per Kopf zum 0:2. Die Schlussbemühungen der Grazer blieben weitgehend harmlos, die Weißrussen spielten den Vorsprung locker nach Hause. Den Grazern fehlte schlussendlich die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, schon im Hinspiel vergaben die Sturm-Spieler mehrere gute Chancen. Die Champions League geht damit zum sechsten Mal in Folge ohne österreichisches Team über die Bühne.