Bad Vöslau.

Der ASK Bad Vöslau wird am Mittwoch den bisherigen Höhepunkt seiner Geschichte erleben. In der zweiten Cup-Runde geht es gegen Rapid.
Der ASK Bad Vöslau wird am Mittwoch den bisherigen Höhepunkt seiner Geschichte erleben. In der zweiten Cup-Runde geht es gegen Rapid.
Das hat Bad Vöslau noch nicht erlebt. Na gut, einmal schon. Es war 1955, knapp nach Unterzeichnung des Staatsvertrags. Weil die Delegation um Leopold Figl bei ihrer Rückkunft aus Moskau auf dem Flugplatz Bad Vöslau landete und Figl noch auf dem Flugplatz die später zur Legende gewordenen Worte "Österreich ist frei" aussprach, wurde die Rapid nach Bad Vöslau beordert, um den Bad Vöslauern in Form eines Fußballspiel zu danken.

"Da war ich aber noch nicht einmal auf der Welt", sagt Gerhard Sevcik. Es gibt aber immer eine zweite Chance. Sevcik ist seit fünf Jahren Obmann des 1919 gegründeten ASK Bad Vöslau, der in der zweiten Samsung-Cup-Runde am Mittwoch (16 Uhr) Rapid empfängt. Es wird ein ganz besonderer Tag für den Verein werden, ein ganz besonderes Spiel, natürlich auch für Sevcik. "Ich bin ja grundsätzlich grün-weiß", sagt er, "nur halt am Mittwoch nicht." Sein Verein trägt die Farben Blau und Gelb.

Es ist Montag, vier Uhr am Nachmittag. Auf der Sportanlage Rohrwiese nebst der Südautobahn wird an allen Ecken gearbeitet. Gerhard Sevcik kommt und geht, begrüßt und verabschiedet, und vermutlich wünscht er sich, dass der Tag 48 Stunden hätte. "Es ist schon mörderisch", sagt er. Seit sieben Uhr Früh sei er schon auf der Anlage, "und wir werden bis elf da sein." Am Dienstag wird es nicht anders sein, denn aus dem Platz muss bis zum Match ein kleines Stadion werden, mit Zusatztribünen und einem VIP-Zelt.

Die Sportanlage Rohrwiese muss zum Stadion werden.
Die Sportanlage Rohrwiese muss zum Stadion werden.

Das Wetter an diesem Montag ist aber eine Bestie. Es stürmt, und der Regen kommt waagrecht daher. "Bei dem Wind ein Zelt aufstellen. . .", sagt Sevcik und schüttelt den Kopf. Aber es wird schon irgendwie gehen. Es muss. Sevcik winkt den Arbeitern zu, während sie gerade das Gerüst für das Zelt errichten.

Für den Viertligisten aus der niederösterreichischen Landesliga ist das Match eine logistische Herausforderung. Denn wenn Rapid kommt, kommen auch viele Rapid-Fans, und dementsprechend umfassend sind auch die Sicherheitsauflagen. 50 Polizisten wurden angefordert, dazu stellt der Klub 40 Ordner.

Glücksengerl Herzog zog das große Los


Eigentlich, sagt Sevcik, sei ja schon die Landesliga eine große Herausforderung für den kleinen Verein. In den Neunziger Jahren war Bad Vöslau einmal auf Kurzbesuch in der vierten Klasse, dann folgte sofort wieder der Abstieg. Im Sommer vor zwei Jahren glückte aber erneut der Aufstieg. Und durch den überraschenden vierten Rang in der Vorsaison qualifizierte sich Bad Vöslau erstmals in der Vereinsgeschichte für den ÖFB-Cup. Und dann das.