Innsbruck. (sir) Seit unglaublichen vier Jahren, also zwei EM-Turnieren, waren die Niederländer nicht mehr U21-Europameister. Ja, sie waren sogar bei den beiden jüngsten Endrunden nicht einmal dabei. "Jetzt sind sie halt nur Dritter der Rangliste", sagt Andreas Herzog lakonisch, der mit seiner U21-Auswahl am Donnerstag (19 Uhr/ORF Sport Plus) in Innsbruck die interessante, aber eben schwierige Aufgabe hat, gegen eine der vielleicht besten Nachwuchsausbildungen bestehen zu müssen. Die Niederlande, 2006 und 2007 überlegen Europameister, sind nach Luxemburg der zweite Gegner der Österreicher in der EM-Qualifikation.

Es ist ein Wunschtraum des ÖFB, sich auf U21-Ebene für eine Endrunde zu qualifizieren. Bei U17- und U19-Turnieren war man schon öfter dabei, zweimal zuletzt bei der U20-WM, doch in der letzten Stufe vor dem A-Team hat der ÖFB noch kein einziges Mal eine Europameisterschaft erreicht. Das ist der weiße Fleck des österreichischen Verbandes.

"Bei den Holländern ist es genau umgekehrt wie bei uns. Die sind in der U17 nicht so stark, werden dann aber immer stärker", sagt Herzog. Es dürfte der bessere Weg sein. Schließlich erreichte das A-Team bei der WM in Südafrika das Finale, Österreich scheiterte deutlich in der Qualifikation.

Gegen Austrias Barazite

Ein Blick auf den Kader offenbart ein interessantes Detail. Denn bei den Niederländern spielt ein gewisser Nacer Barazite, der bei der Austria derzeit das Um und Auf ist. Dem hält Österreich Deni Alar entgegen, der halt höchstens das Auf und Ab bei Rapid symbolisiert. "Aber Qualität ist schon vorhanden", sagt Herzog, der allerdings den Ausfall des Salzburgers Georg Teigl wegen einer Hüftverletzung zu beklagen hat.

Österreich muss entweder die Gruppe, in der auch Schottland und Bulgarien spielen, gewinnen oder einer der vier besten Zweiten werden, um sich für das Play-off zu qualifizieren. Die Wichtigkeit der Partie wird durch die Wahl der Spielstätte unterstrichen, denn der ÖFB mietete sich ins Innsbrucker Tivoli ein. "Ich hoffe schon, dass 4000 kommen", sagt Herzog. Da es für das A-Team in Aserbaidschan um nichts Zählbares mehr geht, durfte Herzog auch seinen Kapitän Christopher Dibon behalten, obwohl Emanuel Pogatetz und Franz Schiemer für das A-Team absagten.

Und überhaupt soll ja künftig die Koordination zwischen U21-Trainer und Teamchef besser werden. Doch Herzog ist sich im Klaren, dass er auch weiterhin immer zurückstecken wird müssen. "Das A-Team hat eben Priorität", sagt er. David Alaba etwa, der noch zwei Jahre bei Herzog spielen könnte, wird wohl nicht mehr eine Etage tiefer eingesetzt werden. Dafür erhält der Rekordinternationale die Besten aus jüngeren Jahrgängen, wie den 18-jährigen Raphael Holzhauser von Stuttgart.

Auch künftig wird der ÖFB nicht den Jahrgängen treu bleiben, wie das andere Länder machen, sondern bessere Spieler zur nächsthöheren Auswahl hinaufziehen. "Das ist zwar für die Trainer etwas schwieriger, aber sonst hätten wir wohl überhaupt keine Chance, uns zu qualifizieren", sagt Herzog. Mit einem Erfolg am Donnerstag und einem guten Ergebnis am Montag in Schottland wäre ein großer Schritt dafür gemacht.