Keine Überraschungen brachten am Dienstagabend die Rückspiele des EM-Play-Offs. Portugal, Kroatien, Tschechien und Irland lösten souverän die Tickets für die Europameisterschaft im kommenden Jahr in Polen und der Ukraine. Die Weichen auf Qualifikation hatten die Teams jeweils schon in den Hinspielen gestellt. Einzig Portugal hatte nach einem 0:0 in Bosnien-Herzegowina noch zu zittern, machte aber mit einem klaren 6:2-Heimerfolg alles klar.

Portugal führte in Lissabon durch Tore von Ronaldo (8.) und Nani (24.) rasch 2:0, ein von Zvjezdan Misimovic verwandelter Elfmeter (41.) brachte die Gäste aber zurück ins Spiel. Auf das 3:1 durch Ronaldo (53.) antworteten die Bosnier trotz einer Roten Karte für Senad Lulic (54.) mit dem neuerlichen Anschlusstreffer durch Emir Spahic (65.). Im Finish machte sich die numerische Überlegenheit der Portugiesen aber deutlich bemerkbar. Helder Postiga (72., 82.) und Miguel Veloso (80.) sorgten mit drei Toren in zehn Minuten noch für einen Kantersieg.

Kroatien begenügte sich nach dem klaren 3:0-Erfolg in der Türkei mit einem 0:0 in Zagreb. Dem Team von Slaven Bilic gelang damit die erfolgreiche Revanche für das Aus im Elfmeterschießen im Viertelfinale der EURO 2008 in Wien. Nach dem Quali-Aus für der Türken dürften auch die Tage von Trainer Guus Hiddink gezählt sein.

Schon vor dem Rückspiel hatten türkische Medien von einem Rücktritt Hiddinks berichtet. Der 65-jährige Niederländer, der 2008 noch Russland ins EM-Halbfinale geführt hatte, soll laut russischen Medien zum Club Anschi Machatschkala wechseln. Die Türkei hatte der Startrainer nach der verpassten WM 2010 übernommen. Unter Hiddink verpassten die Türken aber bereits ihr zweites Großereignis in Folge.

Tschechien dagegen ist zumindest bei Europameisterschaften Stammgast. Die Tschechen haben sich seit 1996 für alle Kontinentalturniere qualifiziert. In Montenegro mussten sie sich allerdings lange Zeit auf Glanzparaden ihres Startorhüters Petr Cech verlassen, um nach dem 2:0-Sieg im Hinspiel gegen tapfer kämpfende Hausherren nicht noch in Bedrängnis zu geraten. Ein Kontertor von Petr Jiracek brachte in der 81. Minute die Erlösung.

Irland vermochte vor 50.000 Zuschauern in Dublin zwar nicht zu glänzen, musste das aber auch nicht. Nach einem 4:0 in Estland begnügte sich das Team des ehemaligen Salzburg-Trainers Giovanni Trapattoni mit einem 1:1 (1:0). Die Tore erzielten Stephen Ward (32.) und Konstantin Vassiljev (57.). Die Iren fahren damit zum ersten Mal seit der WM 2002 zu einem Großereignis. Bei einer EM waren die Kicker von der "grünen Insel" seit 1988 nicht mehr dabei.

EM-Qualifikation - Play-off, Rückspiele:
Kroatien - Türkei 0:0
Zagreb. (Hinspiel 3:0)

Montenegro - Tschechien 0:1 (0:0)
Podgorica. Tor: Jiracek (81.). (Hinspiel 0:2)

Irland - Estland 1:1 (1:0)
Dublin. Tore: Ward (32.) bzw. Vassiljev (57.). (Hinspiel: 4:0)

Portugal - Bosnien-Herzegowina 6:2 (2:1)
Lissabon. Tore: C. Ronaldo (8., 53.), Nani (24.), Postiga (72., 82.), Veloso (80./Freistoß) bzw. Misimovic (41./Elfmeter), Spahic (65.).
Gelb-Rote Karte: Lulic (55./Foul/Bosnien-Herzegowina). (Hinspiel 0:0)

EM-Teilnehmer:
Polen, Ukraine, Deutschland, Russland, Italien, Frankreich, Niederlande, Griechenland, England, Dänemark, Spanien, Schweden, Kroatien, Irland, Tschechien, Portugal.