London. (man) Es bleibt dabei. International läuft es bei Borussia Dortmund noch nicht. Das wurde auch bei der 1:2-Niederlage bei Arsenal am Mittwoch wieder offensichtlich. Dass Dortmund trotzdem ein fußballerischer Vorbildklub ist, liegt an den Leistungen in der Meisterschaft. Jung, schnell, attraktiv, mit diesen Attributen spielte sich der BVB vergangene Saison überraschend zum Meistertitel. Auch in dieser Saison sind die Dortmunder nach einm holprigen Saisonstart inzwischen erster Verfolger von Bayern München. Nun ist Borussia Dortmund aber auch wirtschaftlich ein Vorzeigeklub. Und das ist gut fünf Jahre nach dem Beinahe-Bankrott des Klubs mindestens genauso bemerkenswert und lässt sich an einem beinahe historischen Ereignis ablesen.

Zwölf Jahre nach dem Börsengang stellte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der sich als Sanierer des BVB einen Namen machte, den Aktionären erstmals eine Dividende in Aussicht. Sollte die Borussia erneut die Champions-League-Qualifikation schaffen, gibt es für die aktuelle Saison erstmals eine Auszahlung. Die Meistersaison brachte einen Gewinn von 9,5 Millionen Euro. Auch wenn die aktuelle Saison relativ schlecht laufen sollte, wird es dank der Champions-League-Einnahmen ein Plus von zehn Millionen Euro geben, erklärte Watzke den Aktionären auf der Hauptversammlung in dieser Woche. "Wir haben Schulden abgebaut und zugleich unsere Wettbewerbsposition ausgebaut. Der BVB ist wieder ein absoluter Vorzeigeklub", sagt Watzke. Den gleichen Fehler wie nach dem letzten Meistertitel 2002, als man die Champions-League-Millionen für teure Spieler ausgab, will Dortmund nicht noch einmal machen. Im heurigen Sommer gab es erstmals seit fünf Jahren ein positives Transfersaldo am Konto. "Wir sind ein bodenständiger, aber ambitionierter Verein. Unser Weg ist konkurrenzlos", ist Watzke überzeugt.

Inzwischen scheint die Mannschaft auch den Abgang von Spielmacher Nuri Sahin zu Real Madrid verkraftet zu haben. Auch wenn die Breite noch nicht groß genug ist, den Ausfall wichtiger Spieler zu verkraften. So tat sich die Borussia gegen Arsenal in London merklich schwerer, als schon in der ersten halben Stunde Mario Götze und Sven Bender mit einer Verletzung ausfielen. Kurz nach der Pause musste das Team dann Lehrgeld bezahlen, als den Engländern just in einer besseren Phase von Dortmund die Führung gelang. Der erste ruhig aufgebaute, gelungene Angriff Arsenals führte in der 49. Minute zum 1:0. Alexandre Song flankte auf Robin van Persie, der aus kurzer Distanz einköpfelte.

Dem konnten die Dortmunder nichts mehr entgegensetzen, sie kreierten nicht eine ernsthafte Ausgleichschance. Fünf Minuten vor Schluss erhöhte Van Persie noch auf 2:0 und sicherte Arsenal damit den Gruppensieg, Dortmund gelang durch Shinji Kagawa nur mehr der Ausgleich. Auf die internationale Dividende müssen die Dortmunder noch warten, sie stehen als Gruppenletzter vor dem letzten Spieltag schon im Herbst vor dem Europacup-Aus. Doch am Status eines soliden Klubs wird das nichts ändern.