Bratislava. (art) Als der Abpfiff ertönte, tanzten sie alle auf dem Rasen, hüpften herum wie kleine Kinder unter dem Christbaum und verkleideten sich folgerichtig auch mit eilig von Sportdirektor Heinz Hochhauser ausgeteilten Weihnachtshauberln. Obwohl vor der Winterpause noch eine Runde in der heimischen Meisterschaft zu absolvieren ist, fühlte es sich für die Salzburger tatsächlich schon an wie ein verfrühtes Christkindl. Nach einem hart erkämpften 3:2-Auswärtserfolg über Slovan Bratislava stiegen sie ins Sechzehntelfinale der Europa League auf, obwohl sich Paris Saint-Germain im Fernduell mit 4:2 über Gruppensieger Athletic Bilbao durchsetzte.

Dabei machten sich die Salzburger selbst das Leben schwer. Spielerisch gute Aktionen wechselten sich mit Fehlern im Aufbau ab, die Defensive war alles andere als sattelfest und weckte die Slowaken, deren Meisterschaft sich schon im Winterschlaf befindet, problemlos aus diesem auf.

Schon in der dritten Minute wurde dies zum ersten Mal bestraft, als Miloè Laèný alleine vor dem Salzburger Tormann Alexander Walke die Nerven behielt und zum 1:0 einschob. Es war der Auftakt einer ereignisreichen ersten Halbzeit, in der der heimische Vizemeister nur drei Minuten später nach einem Fehler von Petri Pasanen das 0:2 – wieder durch Laèný – kassierte. Doch die Österreicher ließen sich nicht hängen, ein Elfmeter-Tor von Jakob Jantscher (19.) brachte sie auf einen Treffer heran und wieder ins Spiel. Nur wenige Minuten später nützte Leonardo einen Fehler der Slowaken im Spielaufbau, tänzelte einige gegnerische Verteidiger aus und besorgte aus gut 20 Metern den Ausgleich zum 2:2.

Die Salzburger taten auch fortan mehr fürs Spiel – mussten sie auch, da die Parallelpartie ebenfalls hin und her wankte –, ließen sich aber immer wieder durch schnelle Gegenstöße der Slowaken, gegen die man sich im Heimspiel noch klar mit 3:0 durchgesetzt hatte, und dumme Fehler in der Abwehr in Bedrängnis bringen. Am Ende war es auch dem Glück und der Mithilfe von Marián Had geschuldet, dass Salzburg den Aufstieg schaffte. Had fälschte eine Hereingabe von Jantscher ins eigene Tor ab, das 3:2 für die Salzburger war zugleich der Endstand und trotz einigem Zittern der Aufstieg in die K.o.-Runde.

"Zusammenhalt war der Schlüssel"
"Natürlich war Zittern dabei", meinte Stefan Hierländer danach. "Aber wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft sind, die auch ein 0:2 aufholen kann. Es war das erwartet schwierige Spiel, deswegen ist die Erleichterung jetzt sehr groß." Und obwohl es nicht unbedingt die beste Partie der Salzburger in der Gruppenphase der Europa League war, will Stefan Maierhofer das Positive in die K.o.-Runde mitnehmen: "Der Schlüssel war der Zusammenhalt, der Glaube an das Team. Darauf können wir aufbauen." Es passte irgendwie zur vorweihnachtlichen Freudenstimmung.

Sturm: Niederlage zum Abschied
Für Sturm Graz hat es zum Abschluss der Fußball-Europa-League eine herbe Enttäuschung gesetzt. Der österreichische Meister musste sich am Mittwoch vor 13.681 Zuschauern in der UPC-Arena AEK Athen mit 1:3 (0:2) geschlagen geben und beendete damit die Gruppe L mit drei Punkten aus sechs Partien auf dem vierten und letzten Platz, weil das direkte Duell mit den punktegleichen Griechen verloren wurde.