Bratislava. In Salzburg wollten sie vor dieser Saison eigentlich alles redimensionieren. Keine Träume von der Champions League mehr, "den Jungen eine Chance", davon war bei der Bestellung von Ricardo Moniz zum Cheftrainer die Rede. Nun, nach dem Aufstieg in der Europa League durch einen 3:2-Sieg bei Slovan Bratislava, ist doch wieder alles anders, und Red Bull Salzburg träumt von der großen Fußballwelt.

"PSV Eindhoven! Schalke!! Manchester United!!!", so ungefähr liest sich die Wunschliste der Salzburger für das Sechzehntelfinale vor der Auslosung am Freitag (13 Uhr/live Puls 4) in Nyon. Zum zweiten Mal im dritten Versuch stehen die Salzburger in der K.o.-Runde der Europa League. Der 3:2-Sieg nach 0:2-Rückstand beim bereits zuvor ausgeschiedenen Team von Slovan Bratislava verlangte den Salzburgern aber alles ab. "Es war sehr spannend, am Schluss waren es noch sehr intensive Minuten", sagte ein sichtlich erleichterter Salzburg-Trainer Ricardo Moniz. Auch der Beginn war für die Salzburger sehr intensiv allerdings in negativer Hinsicht. Nach sechs Minuten führte Slovan mit 2:0. "Das war ein Horrorszenario. Ich habe vor solchen Fehlern gewarnt, aber sie passieren trotzdem. Wir haben uns mit unserer schlechten Defensivleistung selbst in Probleme gebracht", ärgerte sich Moniz.

Doch noch vor der Pause gelang der Ausgleich, ein Eigentor von Marián Had brachte Salzburg den Aufstieg vor Paris Saint-Germain, dem auch ein 4:2-Sieg gegen Athletic Bilbao nichts mehr nützte. "Wir haben Paris hinter uns gelassen, das war extrem wichtig. Ich denke, dass wir verdient weiter sind", resümierte Moniz. Auch Sportdirektor Heinz Hochhauser war nach einem schwierigen Herbst in der Meisterschaft zufrieden: "Wir haben international sehr gute Spiele abgeliefert. Gratulation an die Mannschaft und das Betreuerteam. Wenn man PSG hinter sich lässt, ist das eine sehr schöne Sache", sagte er.

Moniz will Eindhoven

Nun wartet Österreichs Vizemeister gespannt auf die Auslosung der nächsten Runde. Dort warten Gegner wie die in der Champions League ausgeschiedenen Teams von Manchester United, Manchester City, Olympiakos Piräus oder Valencia. Moniz hofft dagegen auf den Sieger der Gruppe C, PSV Eindhoven: "Ich wohne dort auch noch. Das wäre sehr interessant", sagte der Niederländer, der selbst als Nachwuchstrainer des PSV gearbeitet hat. Auch sportlich rechnet sich Moniz gegen Eindhoven Chancen aus. "Sie sind nicht mehr in der Form wie einige Jahre zuvor. Ried hat gegen sie etwa lange ein 0:0 gehalten", sagte Moniz. Am Ende scheiterte Österreichs Herbstmeister mit einem 0:0 im Hinspiel und einer 0:5-Auswärtsniederlage aber doch deutlich.

Bei den Spielern selbst gibt es unterschiedliche Vorstellungen darüber, was der kommende Gegner mitbringen soll. Die beiden Außenverteidiger Andreas Ulmer und Stefan Hierländer würden sich über Schalke 04 oder Manchester United freuen. Dagegen hofft Petri Pasanen auf einen schlagbaren Gegner: "Ich habe schon gegen viele gute Mannschaften gespielt, ich will einfach weiterkommen, das ist das Ziel." Unabhängig vom Gegner werden sich die Salzburger aber wohl steigern müssen, wollen sie auch im neuen Jahr international eine gute Figur abgeben. "Es ist wichtig, dass wir viel souveräner agieren", sagte Moniz.