Salzburg und die Austria duellieren sich am Sonntag in der Bundesliga. Im Europacup haben beide mit unterschiedlichem Erfolg gute Figur gemacht. Salzburg trifft nun auf einen von Austrias Gegner. - © Georg Diener
Salzburg und die Austria duellieren sich am Sonntag in der Bundesliga. Im Europacup haben beide mit unterschiedlichem Erfolg gute Figur gemacht. Salzburg trifft nun auf einen von Austrias Gegner. - © Georg Diener

Wien. Metalist Charkiw ist so etwas wie die Klammer einer recht erfolgreichen Europacupsaison der österreichischen Klubs. Österreichs letzter verbliebener Vertreter, Red Bull Salzburg, bekam den aktuell und in der vergangenen Saison Tabellendritten aus dem EM-Veranstalterland Ukraine als Gegner im Sechzehntelfinale der Europa League zugelost. Die Salzburger spielen zuerst, am 16. Februar, zuhause, das Rückspiel steigt eine Woche später.

Metalist Charkiw ist jener Gegner, der der Wiener Austria, dem zweiten österreichischen Vertreter mit einem gelungenen Europacup-Herbst, in der Gruppenphase als Einziger keine Chance ließ. Das 1:2 in Wien und das 1:4 in der Ukraine ließen einen klaren Klasseunterschied zwischen dem österreichischen und dem ukrainischen Vertreter erkennen. Salzburg-Trainer Ricardo Moniz ist dennoch nicht unglücklich mit dem Los: "Es hätte schlimmer kommen können. Die Chancen stehen 50:50." Er hofft auf Informationen von der Austria: "Die werden sicher kooperativ sein."

Ersten direkten Wissensaustausch können die beiden Teams schon am Sonntag (16 Uhr/live ORFeins) betreiben, wenn sie zum Ausklang der 19. Runde und der Herbstmeisterschaft aufeinandertreffen. In diesem Spiel wird es für beide Teams darum gehen, einen durchwachsenen Meisterschaftsherbst positiv abzuschließen. Da es an der Tabellenspitze aber ohnehin recht knapp zugeht, werden beide Teams unabhängig vom Ausgang dieser Partie im Frühjahr noch die Chance auf den Meistertitel haben. Salzburg liegt auf Rang fünf, die Austria auf Rang drei, vier beziehungsweise drei Punkte hinter Tabellenführer Ried. Die dritte im Herbst in der Europa League engagierte Mannschaft, Sturm Graz, hatte in der Meisterschaft ebenfalls Probleme und ist Sechster. Das spricht für die Ausgeglichenheit der Liga, die Europacup-Starter mussten ihrem internationalen Engagement Tribut zollen.

Vor zwei Jahren, als vier österreichische Teams in der Europa League engagiert waren, lagen diese vier Teams trotz der Belastung Europacup noch gesammelt an der Tabellenspitze. Das ließe sich auch mit einem Qualitätsverlust der großen Teams erklären, doch dagegen sprechen die internationalen Leistungen der Bundesliga-Vertreter. Salzburg ist ungefähr so knapp weitergekommen, wie die Austria am Aufstieg gescheitert ist. Die Gegner waren keine Namenlosen: Salzburg ließ Paris Saint-Germain, jenes europäische Team, das im Sommer am meisten investierte, hinter sich. Die Austria scheiterte knapp am niederländischen Tabellenführer.

Fünfter Startplatz winkt


Die guten Resultate der österreichischen Klubs schlagen sich auch in der Fünfjahreswertung der Uefa nieder, die für die Vergabe der Europacup-Startplätze ausschlaggebend ist. So schaut es für die Saison 2013/14 sehr gut mit einem fünften Europacup-Platz für die Bundesliga aus. Kann Österreich den 15. Platz gegen Zypern verteidigen, gibt es einen zweiten Startplatz in der Champions-League-Qualifikation. Selbst wenn Salzburg im Sechzehntelfinale punktelos ausscheidet, müsste sich Apoel Nikosia in der Champions League gegen Olympique Lyon durchsetzen.

Bei einem Salzburger Erfolgslauf wäre sogar ein Fixplatz in der Champions League möglich. Doch zuerst müssen sich die Salzburger mit Metalist Charkiw, dem letzten verbliebenen ukrainischen Klub, balgen. Das klingt unattraktiv, ist aber in etwa jener Bereich, in dem man Österreichs Klubfußball im Moment verorten kann. In der aktuellen Jahreswertung der Uefa liegt Österreich auf Rang elf, einen Platz vor der Ukraine. Und das ist in Anbetracht der jeweils eingesetzten Mittel gar nicht so schlecht.