Sepp Blatter will nun doch ein bisschen Technologie ins Fußballspiel bringen. - © EPA /Kerim Okten
Sepp Blatter will nun doch ein bisschen Technologie ins Fußballspiel bringen. - © EPA /Kerim Okten

Zugleich entschuldigte Blatter sich für die "eindeutigen Fehler", die den Unparteiischen insbesondere am Sonntag während der beiden Begegnungen im Achtelfinale unterliefen. Zunächst hatten die Schiedsrichter einen eindeutigen Treffer Englands im Spiel gegen Deutschland nicht gegeben. In der zweiten Partie des Tages ließ das Unparteiischen-Gespann nach einiger Beratung ein Abseitstor Argentiniens gegen Mexiko gelten.

Während der laufenden WM lasse sich nichts mehr ändern, um Schiedsrichter-Entscheidungen zu verbessern, sagte Blatter. Aber im Juli solle über die Torlinien-Technologie erneut diskutiert werden. Außerdem werde an einem neuen Konzept gearbeitet, dass "die Spielkontrolle" verbessern solle. Details dazu werde er aber erst im Oktober oder November nennen.

Die Torlinien-Technologie soll - etwa durch den Einsatz eines Computerchips im Ball - den Schiedsrichtern bei der Entscheidung helfen, ob ein Ball die Torlinie überquert hat. Der nicht gegebene Treffer der Engländer, bei dem sich der Ball bereits im Tor der Deutschen befand bevor er wieder zurück ins Spielfeld sprang, wäre so erkannt worden.

Die beiden Fehlentscheidungen vom Sonntag sorgten weltweit für Aufregung, zumal die Opfer England und Mexiko am Ende der Spiele als Verlierer vom Platz gingen und somit aus dem Turnier ausschieden. "Ich habe mich bei den beiden Delegationen entschuldigt", sagte Blatter. "Die englische Delegation hat sich bedankt, die Mexikaner nickten mit dem Kopf."

Nicht zuletzt am Widerstand Blatters scheiterte bislang die bereits häufiger geforderte Einführung technischer Hilfsmittel, wie sie in anderen Sportarten üblich sind. Er begründete dies in der Vergangenheit damit, dass Fußball überall auf der Welt auf die gleiche Art und Weise gespielt werden müsse. "Die Einfachheit und Universalität des Spiels ist einer der Gründe für dessen Erfolg." Welche Technologie auch immer zum Einsatz komme, am Ende müsse ein Mensch die Entscheidung treffen. "Warum also sollte man dem Schiedsrichter die Verantwortung entziehen und sie jemand anderen übertragen?" Testläufe wie bei der U-17-WM in Peru vor drei Jahren überzeugten die Fifa-Spitze zudem nicht. Keine der Technologien habe zu hundert Prozent funktioniert, hieß es. (Reuters)