Pörtschach. (sir) Vorigen September war Michel Platini zu Gast beim EM-Qualifikationsspiel in Wien gegen die Türkei. Wenige Stunden vor der Partie hatte der ÖFB den Uefa-Präsidenten nach St. Pölten chauffiert, wo seit dem Vorjahr die Nachwuchsakademie für Frauenfußball untergebracht ist. Doch der Verband hatte noch etwas anderes im Sinn: Platini sollte mit eigenen Augen sehen, wie in St. Pölten gerade am neuen Stadion gearbeitet wird, das diesen Sommer fertiggestellt wird.

In der Niederösterreich Arena, wie das Oval heißen wird, soll im Jahr 2015 die Eröffnung der U21-EM stattfinden, des zweitgrößten Turniers, das die Uefa veranstaltet. Österreich hat sich wie sechs andere Länder beworben, am Freitag entscheidet die Uefa, ob Österreich die Kriterien erfüllt und offiziell Kandidatenstatus erhält. Die Vergabe des Turniers erfolgt dann am 22. März im Rahmen des Uefa-Kongresses in Istanbul.

"Wir haben ein exzellentes Dossier abgegeben, das hat wirklich ein Echo hinterlassen", sagt ÖFB-Präsident Leo Windtner. Durch die Euro 2008 genieße Österreich beim europäischen Verband einen hervorragenden Ruf als Veranstalter, auf diesen hat man auch für diese Bewerbung gesetzt, sagt Windtner.

Finale im Happel-Stadion

Binnen weniger Wochen hat Wolfgang Gramann, der früher als Generalsekretär beim Fußball-Verband tätig war und für das U21-EM-Projekt nun zurückgeholt worden ist, das 180 Seiten starke Dossier zusammengestellt, das diverse Garantien und Befürworterschreiben von Hermann Maier bis zum Bundespräsidenten Heinz Fischer enthält.

Als Spielorte sind neben St. Pölten Salzburg, Innsbruck und Linz vorgesehen, allerdings hat der ÖFB der Uefa auch Klagenfurt und Graz angeboten, wenn diese das aus logistischen Gründen wünscht. Das Finale ist für das Happel-Stadion geplant. "Das kriegen wir auch voll", sagt ÖFB-Direktor Alfred Ludwig optimistisch. "Die EM wäre eine Chance, den österreichischen Fußball wieder ins Rampenlicht zu stellen", sagt Windtner. Gerade auf Nachwuchsebene habe der ÖFB in den vergangenen Jahren einige Erfolge gehabt, nur für die U21-EM hat sich Österreich bisher noch nie qualifizieren können.

Schärfste Konkurrenten um die Endrunde sind nach Ansicht von Gramann Tschechien und Wales. Die Tschechen haben sich bereits mehrfach beworben, sind aber bisher immer umgangen worden, und Wales hat eine ähnlich gute Bewerbung abgegeben. Neben diesen Ländern kandidieren auch Ungarn, Griechenland, Portugal und Russland für die EM.