Madrid/London. Die Frisur war neu, man trägt das Haar neuerdings glattgegelt im Dandy-Look. Ansonsten aber hatte sich bei Cristiano Ronaldo nicht viel geändert, der portugiesische Real-Star trug sich auch am Mittwochabend im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinales gegen ZSKA in die Torschützenliste ein, auch wenn es nicht seine beste Partie war. Nach seinen beiden Treffern beim 4:1 gegen ZSKA Moskau hält er schon bei insgesamt 42 in dieser Saison. Und diese gehörten zu den wichtigsten. Mit dem Tor zum 2:0 (55.) ebnete Ronaldo Real Madrid den Aufstieg ins Viertelfinale, der nach dem 1:1 im Hinspiel noch etwas gewackelt hatte.

Davor war Real am Mittwoch zwar die spielbestimmende Elf, dennoch tat man sich anfangs schwer. Die Gäste störten früh, zudem schienen die Spanier im Spielaufbau nicht ganz so konzentriert wie sonst. Erst nachdem ZSKA in der ersten Hälfte zu zwei guten Konterchancen gekommen war, wurden die Madrilenen wach, ab dann aber hatten sie Spiel und Gegner unter Kontrolle. Gonzalo Higuaín besorgte das 1:0 (26.) nach einer Traumkombination über die deutschen Teamspieler Mesut Özil und Sami Khedira sowie Kaká, danach hatte Real kaum mehr Probleme. Ronaldos Tor brachte die Vorentscheidung, danach durfte auch der gerade erst eingewechselte Karim Benzema (70.). Das 1:3 durch Zoran Tosic (77.) kam zu spät. Statt einer Aufholjagd gab es im Finish noch den Schlusspunkt zum 4:1 für Real. Eben durch Ronaldo.

Chelsea bezwingt Napoli in der Verlängerung

Das Viertelfinale erreicht hat auch der FC Chelsea. Die Londoner machten das 1:3 aus dem Hinspiel bei SSC Napoli wett. Nach dem 3:1 (1:0) in der regulären Spielzeit war es Branislav Ivanovic in der 15. Minute der Verlängerung, der Chelsea, als einzigen englischen Vertreter, in die Runde der letzten Acht in der Champions League schoss. Zuvor hatten Didier Drogba (28.), John Terry (47.) und Frank Lampard (75./Handselfmeter) sowie Gökhan Inler (55.) getroffen.

Den 37.000 Zuschauern wurde in London eine packende Partie geboten. Die Italiener hielten voll dagegen, ließen aber vor der Pause im Abschluss mehrmals die nötige Effizienz vermissen. Chelsea machte die Sache besser. Nach einer Ramires-Flanke brachte Drogba seine Truppe per Kopf in Führung (28.). Unmittelbar nach Wiederbeginn waren die Hausherren erneut per Kopf erfolgreich. Nach einem Eckball von Lampard ließ Kapitän Terry Napoli-Goalie De Sanctis keine Chance (47.).

Die Gäste aus Neapel zeigten sich allerdings unbeeindruckt und antworteten fast postwendend. Schweiz-Teamspieler Inler erzielte nach einer tollen Ballannahme mit einem Drop-Kick ins Eck den Anschlusstreffer (55.) und brachte die Italiener damit wieder ins Aufstiegsrennen. Dass es doch noch zu einer Verlängerung kam, hatte Chelsea Lampard zu verdanken. Der Ivorer verwertete einen Elfmeter souverän, nachdem Napolis Dossena einen Ivanovic-Kopfball im Strafraum mit der Hand abgewehrt hatte (75.).

In der Verlängerung machten die "Blues" mehr für die Offensive und wurden auch mit dem 4:1 belohnt. Nach einer Aktion über Ramires und Drogba schoss der aufgerückte Ivanovic (105.) seine Truppe in die Runde der letzten Acht. Damit verhinderte Chelsea, dass zum ersten Mal seit 1996 ein Viertelfinale der Königsklasse ohne englische Beteiligung über die Bühne geht.