• vom 03.04.2012, 17:42 Uhr

Fußball

Update: 03.04.2012, 23:37 Uhr

Israel

Titel statt Raketen




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  • Club aus kleiner Grenzstadt zum Libanon wird Fußball-Meister in Israel
  • Der rasante Aufstieg von Kirjat Schmona.

Grenzenloser Jubel bei den Kickern von Ironi Kirjat Schmona. Der Klub aus der Grenzstadt zum Libanon hat den großen Klubs des Landes ein Bein gestellt und sensationell den israelischen Fußball-Meistertitel geholt. - © APAweb/Reuters/Nir Elias

Grenzenloser Jubel bei den Kickern von Ironi Kirjat Schmona. Der Klub aus der Grenzstadt zum Libanon hat den großen Klubs des Landes ein Bein gestellt und sensationell den israelischen Fußball-Meistertitel geholt. © APAweb/Reuters/Nir Elias

(rie/reu) "Kein Zweifel, das bringt viele lachende Gesichter an einen schwierigen Ort." Ran Ben-Shimon kann sein Glück, das seiner Mannschaft und einer ganzen Kleinstadt noch kaum fassen. Sein Klub, Hapoel Kirjat Schmona, ist israelischer Fußball-Meister. Das ist ungefähr so sensationell, wie wenn Mattersburg in Österreich den Titel holen würde. Doch es ist nicht bloß eine Sensation, die dem Klub gelungen ist, es ist irgendwie ein Märchen. Der Weg dorthin war eine Demonstration.


Bereits fünf Runden vor Schluss hat Kirjat Schmona den Titel fixiert - mit einem Unentschieden gegen Hapoel Tel Aviv - einer jener Klubs, dem man in Israel viel eher den Titel zugetraut hätte. Doch der Hauptstadt-Club - zwölffacher israelischer Meister - liegt nur auf Position drei - und weist genau wie das zweitplatzierte Maccabi Haifa - ebenfalls zwölffacher Titelträger - satte 16 Zähler Rückstand auf den "Dorfclub" auf.

"Ich kann mich nicht daran erinnern, dass jemals ein Club mit 16 Punkten Vorsprung Meister geworden ist", schrie Klub-Präsident Izzy Sheratzky in das jubelnde Publikum in dem nur 5.300 Zuschauer fassenden Ironi Stadium.

Sheratzky hat den Klub erst im Jahr 2000 - mittels Fusion eines Viert- und eines Fünftdivisionärs - gegründet. Der steinreiche Unternehmer aus Tel Aviv wollte aber zunächst der Stadt unter die Arme greifen. Kirjat Schmona, liegt an der Grenze zu Libanon, stand immer wieder unter Raketen-Beschuss der Hisbollah. Absiedlung und Armut waren die Folge. Sheratzky investierte sein Geld erst in Bildung und soziale Einrichtungen der Kleinstadt - erst dann kümmerte er sich um den Fußball. Statt in millionenteure Stars investierte er in ein Nachwuchszentrum. Vom Titel hat er schon damals gesprochen. Jetzt hat er der Früchte seiner Arbeit geerntet - genau wie Trainer Ran Ben-Shimon.

Abschied für Trainer Ben-Shimon
Für Ben-Shimon, der die Mannschaft, mit einer kurzen Unterbrechung, seit 2006 trainierte, mischte sich in die Freudenfeiern aber auch ein Stückchen Melancholie. Wenn Kirjat Schmona im nächsten Jahr um die Teilnahme in der Champions League spielt, wird er nicht mehr auf der Trainerbank sitzen. Sheratzky hatte bereits Gil Landau als seinen Nachfolger bestellt.

"Niemand hat Sheratzky geglaubt, als er sagte, wir könnten Meister werden", sagte Verteidiger Salah Hasarma. Von der Champions League hat der Klub-Präsident auch schon früher gesprochen. Wer will daran nun noch zweifeln?

Nachlese:
Vor den Großen auf der Flucht




Schlagwörter

Israel, Kirjat Schmona

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2012-04-03 17:45:51
Letzte Änderung am 2012-04-03 23:37:27


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