Wien. (sir) "Das war das geilste Gefühl bisher", sagte, nein, schwärmte Terrence Boyd. Er meinte nicht die Auslosung zur Europa League, sondern das Erreichen der Gruppenphase. Das 3:0 gegen Paok Saloniki war, nicht zuletzt nach den vielen Negativschlagzeilen nach den Ausschreitungen im Hinspiel, ein emotionaler Hochgenuss für den Hütteldorfer Klub.

Die Auslosung? Naja. Nachdem große Vereine wie Liverpool, Atlético, Inter, Marseille oder Stuttgart möglich gewesen wären, ist die Gruppe mit Leverkusen, Kharkiw und Trondheim nicht der erhoffte Reißer. "Sicher hat es Gruppen gegeben, die interessanter gewesen wären, aber wir sind trotzdem zufrieden", sagt Steffen Hofmann. Schließlich lässt die Auslosung Rapid doch Möglichkeiten.

"Wir sind nicht chancenlos, ich bin durchaus optimistisch, dass es uns gelingen könnte, weiterzukommen", sagt Rapidchef Rudolf Edlinger. Leverkusen zählt in Deutschland zwar seit Jahren zur Elite, allerdings haben jüngste Duelle, nicht zuletzt das 3:0 Rapids daheim gegen den HSV vor drei Jahren, bewiesen, dass deutsche Klubs den österreichischen vergleichsweise liegen.

Trondheim hat seine besten Zeiten hinter sich und die Meisterschaft zuletzt nur auf Rang drei beendet, mit Kharkiw wiederum kommt ein mittlerweile alter Bekannter nach Österreich. Sturm hatte vor drei Jahren noch die Oberhand behalten, die Austria unterlag in der Gruppenphase vor einem Jahr 1:2 und 1:4, Salzburg ging dann in der ersten K.o.-Runde mit dem Gesamtscore von 1:8 unter. Dass Kharkiw alle Stammspieler, die im Vorjahr nur knapp im Viertelfinale scheiterten, halten konnte, wird die Angelegenheit nicht einfacher machen.

Schon vor der Auslosung erklärte Terrence Boyd, der das 2:0 gegen Paok erzielte: "Das Ziel kann nur der Aufstieg sein." Trainer Peter Schöttel sieht es realistischer: "Wir sind klarerweise Außenseiter. Terrence geht offenbar aufs Triple los, aber sein jugendliche Leichtsinn tut uns gut."

Sollte Rapid mit dem Protest gegen das Geisterspiel nicht erfolgreich sein, dürfte gleich der Auftakt daheim gegen Rosenborg vor leeren Rängen stattfinden.