Wien. Zweimal hat es Rapid bisher in die Gruppenphase der Europa League geschafft, des Nachfolgebewerbs des Uefa-Cups. Alle sechs Heimspiele im Wiener Ernst-Happel-Stadion waren ausverkauft, womit Rapid in der Zuschauerwertung die Gruppenphase gewann. Kein anderer der jeweils 48 qualifizierten Klubs hatte derart viele Fans angelockt wie Rapid. Gut möglich, dass es auch diesmal so gekommen wäre, hätte es bei Paok Saloniki keine Krawalle gegeben und hätte die Uefa Rapid nicht mit einem Geisterspiel bestraft.

"Wir sind auch deshalb in der Gruppenphase, weil die Zuschauer gegen Novi Sad und Paok aus uns die letzten Prozente herausgekitzelt haben. Unsere Chancen wären in einem vollen Stadion sicher besser gewesen", sagt Trainer Peter Schöttel. Am Donnerstag (21.05 Uhr/ORF1) ist Rosenborg Trondheim der erste Gegner in der Europa League, bis Dezember folgen dann jeweils Hin- und Rückspiele gegen Metalist Charkiw und Bayer Leverkusen.

"Kein Schwachpunkt"

Die Norweger sind nicht mehr auf dem Niveau vergangener Zeiten, als der Trainerphilosoph Nils Arne Eggen Rosenborg für ein paar Jahre zum Stammgast in der Champions League machte. Vor zwei Jahren wurde er noch einmal für ein paar Monate Trainer bei Trondheim, ehe der Schwede Jan Jönsson das Amt übernahm. Mit Spielern wie Rade Prica und dem langjährigen Tottenham-Spieler Steffen Iversen, mittlerweile 35 Jahre, verfügt Rosenborg zwar über den einen oder anderen prominenten Namen, doch wie früher ist das Kollektiv die herausragende Stärke Rosenborgs. "Ich hätte keinen absoluten Schwachpunkt entdeckt", sagt Peter Schöttel nach seinen Beobachtungen.

Dennoch rechnet sich Rapid gegen Trondheim am ehesten Punkte aus. Leverkusen gehört in Deutschland zu den besseren Vereinen, und Charkiw hatte im Vorjahr zuerst mit der Austria, dann mit Salzburg seinen Spaß. Das Torverhältnis aus den vier Duellen mit den Ukrainern: 14:3.

"Das ist ein Gegner, gegen den wir uns auf jeden Fall Chancen auf Punkte ausrechnen können", sagt Schöttel. Ins Stadion dürfen lediglich 75 Zuschauer. Das werden in diesem Fall Spieler sein, die es nicht in den Kader geschafft haben, Angehörige sowie die Mitglieder des Legenden-Klubs. Auch Marcel Koller erhält eine Karte, dem österreichischen Teamchef wird der Eintritt ebenso wenig verwehrt wie US-Co-Trainer Andi Herzog, der Terrence Boyd bei Rapid und Mikkel Diskerud bei Trondheim beobachtet.

Da sich einige Rapidfans angekündigt haben, die vor dem Stadion Stimmung machen wollten, zog die Uefa eine Sperrzone um das Praterstadion. Die aktive Fanszene dürfte deshalb die Partie beim Public Viewing im Hanappi-Stadion verfolgen.

Insgesamt werden am Donnerstag etwa 400 Personen das Privileg genießen, die Partie live im Stadion zu sehen. Vor 41 Jahren waren es im Achtelfinale des Uefa-Cups nur etwa 200 mehr, als Rapid auf dem Spitzenklub Juventus Turin traf. Beim 0:1 kamen - ohne Uefa-Sanktionen - nur 623 zahlende Zuschauer, obwohl das Stadion damals noch 72.000 Platz bot. Grund dafür war die Kälte in Verbindung mit einer Fernsehübertragung.

Dass es sich damals um eine in jeder Hinsicht andere Fußballzeit handelte, beweist auch der Blick auf die Runde zuvor, als Rapid und Austria zu einer Europacup-Doppelveranstaltung gegen Zagreb und Torino luden. Das ist heute nicht nur undenkbar, sondern auch unmöglich. Solche Events hat die Uefa strikt untersagt.