Revolution bei der Austragung der Fußball-Europameisterschaft 2020: Der europäische Fußballverband UEFA beschloss am Donnerstag, das Turnier in zahlreichen Großstädten Europas auszutragen. Bislang wurde lediglich in ein oder zwei Ländern gespielt, zuletzt 2012 in Polen und der Ukraine. UEFA-Präsident Michel Platini hatte sich bereits im Sommer aus wirtschaftlichen Gründen für das neue Konzept "EURO für Europa" ausgesprochen. Damals war von rund einem Dutzend Städten beziehungsweise Ländern als Gastgeber die Rede. Die genaue Anzahl blieb am Donnerstag zunächst offen.

Der UEFA zufolge sollen sich Städte für die Ausrichtung 2020 bewerben können. Der Prozess soll Anfang 2013 starten und Anfang 2014 beendet sein. Der Deutsche Fussball-Bund (DFB) begrüßte das Vorhaben, ließ zunächst aber offen, welche Stadt Deutschland ins Rennen schicken könnte.

Platini argumentiert, bei der europaweiten Austragung verteilten sich auch die Kosten etwa für einen erforderlichen Neu- oder Ausbau eines Stadions oder der Infrastruktur. 2012 etwa hatten Polen und die Ukraine jeweils mehrere Milliarden Euro dafür ausgegeben. Für das neue Konzept gibt es nach Angaben der UEFA in den Ländern Europas viel Zustimmung.

Die kommende Europameisterschaft im Jahr 2016 wird in Frankreich ausgetragen. An ihr nehmen erstmals 24 Mannschaften teil, zuletzt waren es lediglich 16. Die UEFA betonte am Donnerstag, das neue Konzept sei zunächst nur für 2020 geplant. Wie der Austragungsmodus 2024 aussehe, sei noch völlig offen.

"Wir haben die Entscheidung (...) so erwartet und bewerten sie absolut positiv", erklärte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Die Kommission für Nationalverbände habe nun die Aufgabe, das Konzept für die EM 2020 weiter zu entwickeln. Deutschland werde sich mit einer Stadt bewerben.